Das Smoothie Problem

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Verkaufskurve für Smoothies im Januar steil ansteigt. Die allheilsamen Wundermittel sind aber auch noch einfach in den Alltag einzubauen – beim Wocheneinkauf ein paar Flaschen in den Einkaufswagen werfen und fertig. Morgens im Vorbeigehen in den Kühlschrank greifen, Flasche schütteln und innerhalb von 2 Minuten hat man die volle Portion Vitamine intus.

 

Liebe Leute, wenn es so einfach wäre, hätten wir alle keine Probleme!

 

Vielleicht ist euch aufgefallen, dass ich bisher keine Smoothies in meine Ernährung eingebaut habe (siehe mein Instagram Food Diary). Obwohl ich durchaus einige Vorteile bei richtigen Smoothies sehe, möchte ich euch auf ein paar Punkte hinweisen, bevor ihr euch in den Juice Cleanse stürzt:

 

Smoothie Problem

 

Die Supermarkt Smoothies

Wenn mir ein Produkt tausendfach beteuert, wie natürlich es doch ist, werde ich von Haus aus skeptisch. Schaut euch einfach die Labels der Säfte an. Pasteurisiert, verarbeitet, zugesetzter Zucker – abgepackte Fertig-Smoothies sind zu 99% glorifizierte, überteuerte Fruchtsäfte. Zwar werben einige Hersteller mit besonders einfachen und verständlichen Inhaltsstoffen, lassen aber weg, dass die Säfte erhitzt und mehrfach behandelt wurden. Vitamine adé!

 

Die Zuckerfalle

Womit wir auch beim Zucker wären. Auch Fructose, also Fruchtzucker ist wie der Name sagt: Zucker. In extrem hohen Dosen ist auch Fruchtzucker schädlich. Da die meisten Zellen im Körper Fructose nicht in Energie umwandeln können, wandelt die Leber den Fruchtzucker in Fettzellen um (Quelle). Dabei unterscheide ich ganz klar zwischen einigen Portionen frisches Obst über den Tag verteilt (SUPER!), oder 5 Orangen, 4 Äpfel und 2 Ananas zu einem extrem konzentrierten Saft gepresst der keinerlei Fruchtfleisch oder Ballaststoffe mehr enthält.

 

Eine Flasche Magnificent Mango Smoothie von Innocent enthält 28 g Zucker (Quelle).

Das sind 3 g Zucker über dem von der WHO empfohlenem Tagesmaximum von 25 g! (Quelle)

Mit nur einer Flasche Saft ist man also innerhalb von ein paar Minuten über dem täglichen Zuckerlimit!

 

Trinkt man den Smoothie noch anstatt eines vollwertigen Frühstücks, ist der Heißhunger vorprogrammiert.

 

Kauen statt Trinken

Kauen und das Ritual des Essens gehört für mich zu einer gesunden Ernährung dazu. Ich koche gerne, beschäftige mich mit Lebensmitteln, entspanne beim Essen und achte auf die Texturen meiner Mahlzeiten. Kaubewegungen senden zudem Sättigungssignale an das Gehirn. Ernährt man sich nur flüssig, kann man den Punkt der Sättigung schnell übersehen – wir kennen alle das berühmte Suppen-Koma!

Überlegt nur mal, wie satt ihr euch nach 4 ganzen Orangen fühlt und wie satt nach 2 Gläsern O-Saft.

 

 

Meine Probleme mit Smoothies mal dahingestellt, sehe ich natürlich auch die Vorteile von SELBSTGEMACHTEN Säften:

  • Gerade wenn man morgens keinen Hunger hat, ist ein Smoothie leicht verdaulich und liegt nicht schwer im Magen
  • einfach vorzubereiten und zu transportieren
  • schmackhafte Möglichkeit, mehr Obst und Gemüse in den Alltag einzubinden
  • minimal verarbeitet und frisch wenn selbstgemacht

 

Wenn ihr gesunde, sättigende Smoothies in eure Ernährung integrieren möchtet, gebe ich euch folgende Tipps auf den Weg:

  • DIY – Keine Supermarkt Smoothies. Kauft euch einen Zerkleinerer und macht die Säfte selbst!
  • Kein alles oder nichts – Von heute auf morgen eure komplette Ernährung von fest auf flüssig umzustellen, bringt euer Verdauungssystem durcheinander und Blutzucker und Darm spielen verrückt!
  • Mehr Grün als Obst – Anstatt reine Fruchtsmoothies zu trinken, gebt mehr Gemüse und Grünes dazu! Spinat oder Zucchini haben zum Beispiel kaum Eigengeschmack, bringen aber viele Nähr- und Ballaststoffe und kaum Zucker.
  • Fruchtfleisch drin lassen – Apropos Ballaststoffe!
  • Protein und Fett – Für einen vollwertigen Frühstückssmoothie der lange satt macht, gebt Eiweiß hinzu wie Magerquark oder Joghurt und Fett in Form von Nussmus! Schmeckt nicht nur cremiger und vollmundiger sondern macht den Körper auch länger satt.

 

Ich bin gespannt, wie ihr zu Smoothies steht!

Seid ihr regelmäßige Smoothie Trinker? Worauf achtet ihr bei euren Smoothies?

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20 Comments

  • Ich mag Smoothies gern als Snack, Dessert oder als Teil meines Frühstücks. Ich mache sie hauptsächlich aus Kostengründen lieber selber und so ein großer selbstgemachter Smoothie hat auch nur ca. 150kcal. Als Mahlzeit taugt mir das auch nicht so, ich kaue gern^^

  • Immer wieder sehe ich Leute zu Supermarkt-Smoothies greifen, aber ich fand vieles davon furchtbar süß 🙁 Ob das alles Fructose ist oder zugesetzter Zucker, weiß ich leider nicht. Mittlerweile sind mir die meisten Supermarktsäfte zu süß geworden. Tomaten- und Orangensaft trinke ich seit Jahren nur noch frisch gepresst. Gelegentlich kaufe ich noch Birnensaft, aber eher, weil ich Apfelsaft nicht leiden kann und mir nicht jeden Tag Limonade antun will…

    An die grünen Smoothies kann ich mich gar nicht anfreunden. Bislang hab ich kein Rezept gefunden, was nicht gemüsig oder grasig schmeckt @.@. Hast du da eine Empfehlung?

    Die Idee mit Magerquark oder Nussmus find ich interessant und wird mal ausprobiert.

    • Leider nein, denn ich trinke ja keine Smoothies 😉 Aber ich würde wie gesagt mit Spinat oder Zucchini anfangen, die haben kaum Eigengeschmack.

  • Im Sommer liebe ich Shakes aus Quark und gefrorenen pürierten Beeren … ich gebe gerne noch Haferflocken, einen Esslöffel Knuspermüsli (in so kleinen Mengen ist das für mich okay – besser ein EL Knuspermüsli als ein EL Zucker …), gehobelte Mandeln etc. rein, so ists eine Mischung aus Getränk und etwas zum Kauen. Ich bin klein und relativ leicht und deshalb schnell satt zu kriegen, deshalb ist das fehlende Sättigungsgefühl beim Trinken für mich aber auch an sich kein Problem.
    Gekaufte Smoothies finde ich tatsächlich wenig ansprechend. Für mich sehen die überhaupt nicht appetitlich aus …

  • Ich mag die Dinger nicht, genau aus den von dir genannten Gründen!! Die treiben nur meinen Blutzucker hoch und bringen mir dafür keinen wirklichen Mehrwert. Ich esse Obst lieber am Stück, schneide mir jeden Morgen meine Portion zum Frühstück zurecht und lasse es mir schmecken.
    Liebe Grüße
    Gabi

  • Hallo 🙂

    Ich bin momentan total in deinen Blog hier verliebt. Den Beauty Blog kenne und ich lese ich seit Jahren, aber der ist für mich recht neu. Ich mag wie entspannt und zielstrebig du bist und ein bisschen färbt es auf mich ab. Ich hab mir deine Motivationstipps sehr zu Herzen genommen und baue gerade Bewegung (ich sage bewusst kein Sport, da erstmal generell Bewegung rein muss, auch für die Erkenntnis ein Danke an dich :)) in meinen Alltag ein. Anstatt zum Lidl zu fahren, zum näheren Rewe laufen und solche Dinge. Nicht essen kommen lassen sondern zu Fuß abholen. All das eben. Funktioniert wunderbar, ist wirklich so nebenbei gemacht und meinem Blutzucker (bin Diabetikerin Typ 1) tut es unfassbar gut. Und damit wäre auch die Brücke zu deinem Post geschlagen.

    Ich bin Diabetikerin, seit vielen vielen Jahren, gut eingestellt und alles kein großes Problem, aber daher weiss ich wie tükisch Obst sein kann und vorallem die vermeintlich gesunden, frischen Obstsäfte. Wenn man sich damit nicht beschäftigen muss, dann fällt einem das vermutlich gar nicht auf und ist überrascht, wenn man hört das ein Glas Orangensaft genausoviel Zucker hat wie Cola und dabei spielt keine Rolle das es ja der „gesunde“ Zucker ist. Es ist Zucker. Viel. Zuviel.

    Daher kommen Smoothies in meiner Ernährung natürlich überhaupt nicht vor und auch beim Süßen von Speisen mit „gesunden“ Zuckeralternativen, Sirpus, Datteln, oder gar Bananen muss ich passen. Daher kann ich auch kaum Gerichte frühstücken wie Müsli, der allseits beliebte Haferbrei, oder sonstig süßes das mein Zucker explodieren lässt. Ich müsste soviel Insulin spritzen, dass steht sich in keinem Verhältnis.

    Ich finde gut, dass du darauf hinweist und den Mädels keinen Flo ins Ohr setzt, dass machen andere schon zu Genüge.

    Also lange Rede kurzer Sinn. Toller Blog, Tolle Frau. Danke 🙂

    Herzliche, motivierte Grüße
    Julia

    • Vielen Dank liebe Julia und herzlich Willkommen auf meinem Blog! Ich freue mich total, dass ich dich motivieren kann. Bewegung im Alltag ist genau der richtige erste Schritt, ohne Zwänge und ganz entspannt. Alles andere kommt nach und nach von ganz allein.
      Danke auch für den Einblick in deinen Diabetes Alltag! Darf ich fragen, was du frühstückst um deinen Blutzucker beständig zu halten? Ich finde das äußerst interessant!

    • Hi Carina,

      ehrlich gesagt ist das mit dem Frühstück und beständigen Blutzucker genau mein Problem.

      Mein Zucker fängt in der Nacht an kontinuirlich zu steigen (ein Wert von 100 ist normal), wenn mein Wecker um 7 Uhr klingelt wache ich oft mit einem Blutzucker von 200 – 300 auf. Also erstmal Korrekturinsulin spritzen. Ich spritze direkt meine Einheiten fürs kommende Früstück hinterher, da ich einen Spritz-Ess-Abstand (trotz dem neuen, schnellen Insulin Fiasp) von 1 Stunde einhalten muss. Das bezieht sich allerdings echt nur aufs Frühstück, ich brauche den ganzen Tag nicht so viel Insulin wie morgens, auch muss ich bei allen anderen Tageszeiten nicht eine Minute Abstand lassen.

      Dann eben die große Preisfrage – was frühstücke ich? Auch nach 13 Jahren Diabetes hab ich da noch kein perfektes Frühstück gefunden. Ich kann aber sagen Chiapudding funktioniert sehr gut, gebe dann noch 2 Eßlöffel Schmelzflocken dazu und fertig, ich habe aber nicht oft Lust auf was Süßes. Es gibt überall die Toasties, diese kleinen Toasbrötchen, die sind recht ok vom KH-Wert her (12gr. KH sind 1 BE und entspricht bei mir 3 Einheiten Insulin), auch in der Vollkornvariante vertragen sie sich doch recht gut mit meinem Zucker. Belegen kann man sie ja dann je nach Gusto, Marmelade und Co. sind dabei selbstverständlich tabu. Es gibt sicherlich Diabetiker die machen das und kommen gut klar, für mich ist es tabu – liegt aber wieder sowohl an der Tageszeit, als auch an meinem Ausgangszuckerwert.

      Du solltest noch wissen, ich bin sehr gut eingestellt, habe einen HBA1c von 6,4. Zum Vergleich, ein gesunder Mensch hat 5,0. Ein Diabetiker, egal ob Typ 1 oder 1, zwischen 6,5 – 7,5. Du merkst, er ist trotz meinem morgendlichen Problem echt ordentlich. Nichtsdestotrotz müsste er so nicht sein. Es ist einfach etwas das ich nicht kontrollieren kann, da es völlig willkürlich geschieht und ohne meine Zutun. Wir Menschen sind nunmal keine Maschinen und es gibt kein perfektes Rezept für irgendwas. Ich glaube manchmal muss man sich einfach mal etwas entspannen, zurücklehnen und 5 Grade sein lassen. Wer mich kennt weiss nur, „man“ kann das – „ich“ nicht 😉

      Frag ruhig, wenn du was wissen möchtest.

  • Grundsätzlich gebe ich dir recht, aber ich finde du solltest noch zwischen einem Saft (egal ob mit oder ohne Fruchtfleisch) unterscheiden, und einem Smoothie, bei dem das Obst im ganzen püriert und mit Wasser verdünnt wird. Zumindest bei der DIY Variante ein riesiger Unterschied 🙂

  • Mein Freund schafft es morgens zeitlich leider nicht groß zu frühstücken und bereitet sich dann immer einen Smoothie aus Avocado, Haselnüssen, Banane, bisschen Kakaopulver und Mandelmilch vor. Sieht zwar echt nicht appetitlich aus, aber macht ihn satt 🙂

  • Hallo Carina,

    ich bin jetzt seit gut 9 Monaten überzeugter Smoothietrinker – allerdings habe ich in dieser Zeit kein einziges Mal fertige/gekaufte Smoothies getrunken.

    Wir haben von der Arbeit aus zwei mal ein Seminar über Grüne Smoothies von einem Experten bekommen, daraufhin haben unsere Chefs einen Hochleistungsmixer für die Büroküche angeschafft und die sowieso stattfindenden Obstlieferungen zweimal wöchentlich werden seitdem durch Gemüse ergänzt.
    Beim Vortrag wurde empfohlen, eine Mahlzeit durch einen Smoothie auszutauschen – wir mixen immer früh gegen 8:30 und es ersetzt somit mein/unser Frühstück.
    Wir machen jedoch nie reine Obstsmoothies, sondern eben grüne – an die haben wir uns langsam rangetastet, nach und nach das Obst reduziert und die Grünmenge hochgeschraubt und mittlerweile sind wir bei ca. 70% Grün und 30% Obst.
    Was wir sehr gerne verwenden ist Avocado, Grünkohl, Spinat, Feldsalat, Mangold und frische Wildkräuter. Dazu kommt dann oft ein Apfel, eine Handvoll Trauben, ein paar Beeren und eine Banane. Je nach Saison auch gerne Orange oder Mandarine. Ein bisschen ausgepresster Zitronensaft, einige eingeweichte Chiasamen und ein Stück Ingwer darf auch meistens nicht fehlen.
    Wir sind 4-5 Leute die zusammen mixen, bei der Menge und entsprechend mit Wasser gemixt kommt für jeden ein Glas mit ca. 300-350ml Smoothie raus. Durchschnittlicher Kaloriengehalt ist um die 350 kcal, hält mich allerdings im Normalfall bis zum Mittagessen um 12 auch angenehm satt.
    Wichtig ist, dass man Smoothies nicht nebenbei wie Wasser trinkt, sondern bewusst wie Essen zu sich nimmt.

    Liebe Grüße
    Annika

    • Das ist auch ein guter Punkt. Generell sollte man jede Mahlzeit bewusst zu sich nehmen! Finde ich super, dass dein Arbeitgeber sowas anbietet!

  • Ich musste gerade ein bisschen lachen, weil ich Dir nämlich total zustimme, aber mein tägliches Frühstück ein Smoothie ist.

    Basis ist immer Spinat oder Grünkohl (ich verwende gerade immer im Winter eigentlich immer tiefgefrorenes Gemüse und Obst). Hinzukommt immer ein bisschen Obst, meist etwas Mango und ein paar Beeren, ca. 10g Haferflocken und ein halber Scoop veganes Proteinpulver. Und wenn ich es nicht vergesse auch noch ein Teelöffel Leinsamen.
    Dann wird alles ca. eine Minute im Blender gemixt, Mixaufsatz kommt ab, Deckel drauf und ab in die Tasche. Ich trinke ihn dann so eine Stunde später im Büro.
    Ich mag es wirklich sehr gerne, weil der Smoothie richtig „grün“ schmeckt, im Sommer werfe ich auch manchmal Brennnesseln aus dem Garten dazu.

    Für ist mich so ein Smoothie das perfekte Frühstück, ich will morgens nicht zu Hause frühstücken (15 länger schlafen…) und möchte auch nicht direkt im Büro anfangen am Platz (so mit Besteck…) zu essen, das finde ich persönlich irgendwie ein wenig unprofessionell.

    Mit den Fertigprodukten kann ich auch nix anfangen, das läuft für mich unter „Süßigkeit“, und da gönne ich mir lieber etwas anderes.

    Ist wieder mal ein toller Post von Dir!!

    Viele Grüße
    Ina

    • Oh cool, die Brennnesseln gefallen mir 😀 Unser Frühstück unterscheidet sich auch nur minimal. Meine Overnight Oats sind nur mehr Haferflocken und haben daher eine dickere Konsistenz. Beeren, Leinsamen und Proteinpulver kommen bei mir auch rein!

  • Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Alle japsen nach Smoothies und auch bei den vielen selbstgemachten und toll präsentierten denkt man oft
    „puh…wie kann man sich mit einem vermeintlich gesunden Snack nur so die Tagesbilanz an fast allem versauen“ 😀

    Und auch ich finde, dass das Kauen von festem Obst und Gemüse absolut gut tut.

  • Ich mag Smoothies, lecker sind sie ja wirklich, und habe sie bis vor kurzem als Frühstück zu mir genommen. Das ging ganz gut allerdings sprang nach einiger Zeit meine Histaminintoleranz da sehr drauf an und ich bekam große Probleme mit meiner Gesichtshaut.