Ernährung auf Weltreise – von Kummerspeck und Dosenkarotten

Seit Monaten überlege ich, wie ich diesen Post beginnen soll. Ich fange an zu schreiben und lösche den Paragraphen. Ich rede mir ein, ich muss nicht darüber sprechen. Aber ich muss.

 

Machen wir es kurz: Seit Beginn meiner Weltreise vor 5 Monaten habe ich geschätzte 10-15 Kilogramm zugenommen und fühle mich beschissen.

 

Ich bin stinksauer auf mich selbst und unglaublich enttäuscht. Vielleicht ist euch aufgefallen, dass ich seit New Orleans kaum Ganzkörperfotos von mir auf Instagram gepostet habe. Das liegt daran, dass ich mich schäme. Ich schäme mich, dass ich wieder in meine alten Muster zurückfalle und genau die gleichen Fehler mache, als ich damals 30 Kilogramm innerhalb eines Jahres zu nahm.

 

 

Als ich meine Weltreise im Januar startete, hatte ich meine Ernährung unter Kontrolle. Kontrolle ist das Schlüsselwort – seit meiner Ernährungsumstellung habe ich es nicht geschafft, mich intuitiv zu ernähren. Ich konnte nicht eine einzige Mahlzeit zu mir nehmen, ohne den Gedanken an Kalorien, Nährstoffe und Protein.

Als ich mit dem Kalorienzählen aufhörte, war ich nicht mehr ganz so streng und habe nicht jede Mahlzeit in meiner App notiert. Aber das musste ich auch nicht, denn nach 3 Jahren täglichem Kalorienzählen wusste ich alle Kalorienangaben meiner häufigsten 50 Lebensmittel auswendig.

Nachdem ich auf meinem niedrigsten Gewicht mit 7 Mal Sport die Woche Schwindelanfälle bekam, hatte ich den ständigen Hunger sprichwörtlich satt. Ich erlaubte mir, etwas größere Portionen zu essen und nahm prompt ein paar Kilo zu. Damit hatte ich schon meine Probleme, aber da ich weiterhin regelmäßig Sport machte, war mein Körper noch immer fit und ich passte noch in meine Klamotten.

 

Dann kam die Weltreise.

In den ersten beiden Wochen in der Dominikanischen Republik war ich noch sehr in meiner alten Routine drinnen. Ich bekam Panik, als ich sah, dass es kaum frisches Gemüse gibt. Auswärts gesund essen zu gehen war mir zu teuer, deshalb as ich die erste Zeit Nudeln mit Tomatensauce, Dosenkarotten und Käse. Für mich schon ein Luxus, denn Nudeln hatte ich mir Zuhause größtenteils verboten.

 

Diese beiden Wochen setzten mir emotional sehr zu. Es liefen einige Dinge schief (Erkältung, ekelhafte Unterkunft, Allergieattacke, Regen etc.) und Frust, Kummer und Heimweh fingen an in mir zu wachsen.

 

In den USA eskalierte ich dann. Bis auf New Orleans und San Francisco hatte ich kaum Möglichkeit, mich zu bewegen. Ich saß in der Unterkunft oder im Auto. Ich fand es in den USA sehr schwer, mich günstig und gesund zu ernähren. Fast Food ist so viel einfacher und billiger, als ein Salat. Außerdem hatte ich das Gefühl, im Urlaub zu sein und mir etwas gönnen zu dürfen.

Da hatte ich sowieso Kummer und dann würde ich auch noch dem Einzigen entsagen, das mir Genuss und Behagen verschaffte?! Also schlenderte ich stundenlang durch Walmart und Wholefoods und verbrachte Abende damit, nach den besten Restaurants meiner jeweiligen Städte zu recherchieren. Ich sagte mir immer wieder: „Hey du bist auf Reise, du darfst nichts verpassen! Du musst jede Spezialität probieren! Die Chance, die besten Tachos von LA zu essen bekommst du nur einmal!“

 

Wenn mich das schlechte Gewissen überrannte, kaufte ich mir einen Kilobeutel gefrorenen Brokkoli (billigstes Gemüse) und machte ihn mir in der Mikrowelle warm. Dazu eine Dose Karotten und Käse (auch hier wieder: Angst vor Kohlenhydraten!). Ich aß riesige Portionen, bis ich Bauchweh hatte. Ich entwickelte richtige Routinen um mein Essen und machte es zum Fokus meiner Reise. Über 2 Stunden zelebrierte ich jeden Abend mein Essen und aß so langsam ich nur konnte.

 

Das Beste, was ich bisher auf Weltreise gegessen habe: Crispy BBQ Pork Buns!

Ernährung auf Weltreise

 

Als ich bemerkte, dass ich zunehme, habe ich sofort alle Anzeichen ignoriert. Selbst meine Ernährungs- und Fitness-Podcasts habe ich aus schlechtem Gewissen nicht mehr gehört. Bei jedem Youtube Video, in dem Fitness und ein gesunder Lebensstil angepriesen werden, hatte ich einen Stein im Magen. „Du solltest doch…“ Diese Fitnessgurus machen jeden Tag Sport, Hotelzimmer sind keine Entschuldigung!

 

Meine Probleme sind Folgende:

 

  • Einsamkeit: Ich tue mir so schwer, mich zu öffnen und auf Leute zuzugehen. Deshalb bin ich auf meiner Solo Weltreise oft einsam. Mir fehlen meine Familie, Freunde und Kollegen. Mir ist vollkommen bewusst, dass ich versuche, dieses Loch in mir mit Essen zu stopfen.
  • FOMO – Fear of Missing Out: Ich esse einfach gerne und habe Angst, eine essentielle Mahlzeit in einem Land zu verpassen.
  • Ständiger Wechsel: Ich ändere alle paar Tage meinen Standort und oft habe ich einfach nicht die Möglichkeit, mich gesund zu ernähren. Im Café am Nationalpark gibt es eben nur Pommes und Schnitzel. Und wenn es ein kostenloses Hotelfrühstück gibt, dann esse ich es auch!

 

Ich weiß sehr wohl, wo meine Herausforderungen und Trigger liegen. Ich weiß – theoretisch – auch, dass es okay ist, zuzunehmen und zu genießen.

 

Ich möchte den Post an dieser Stelle beenden. In der Schwebe, ohne ein Fazit, Appell oder Motivationsspruch. Das sind die Dinge, mit denen ich momentan zu kämpfen habe und vielleicht erkennt sich die ein oder andere von euch darin wieder.

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36 Comments

  • Ich stelle mir das auch furchtbar schwierig vor sich ausgewogen und bewusst in fremden Ländern zu ernähren. Ich bin selbst ein emotionaler Esser… Bin mir meistens in den Situationen darüber bewusst. Ich wünsche dir das du einen Weg für dich findest deine letzten Monate genießen zu können ohne Stress wegen den Kilos zu haben. Bei dem ganzen tollen Essen ist es auch wirklich schwierig. Danke aber für deine ehrlichen Worte.

    • Das ist es in der Tat, aber auch einfach lecker! Also nehme ich die Kilos in Kauf für die Köstlichkeiten hier 😉

  • Ach Carina, ich kann mir nur vorstellen wie das für dich sein muss.
    Vielleicht findest du ja noch eine Balance mit der du dich wohl fühlst, aber aufgrund deines ständigen Standortwechsels Stelle ich mir das tatsächlich schwierig vor.
    Aber du hast Recht, du bist nur einmal auf Weltreise!! Klar, das ist natürlich keine „Ausrede“ um den eigenen Körper und womöglich irgendwann die Gesundheit und gefährden, aber ist es nicht viel schöner deine Reise in vollen Zügen zu genießen ? Die überschüssigen Kilos werden spätestens zu Hause wieder purzeln, du hast dir selber und allen anderen ja bewiesen, dass du das kannst.
    Ich hoffe du findest bald eine Balance mit der du dich wohl fühlst oder bist einfach cool damit, dass du jetzt einfach nur genießen möchtest.
    Liebe, liebe Grüße 🙂

    • Ob sie Zuhause wieder purzeln werden denke ich nicht mal, aber ich freue mich schon wieder darauf, kochen zu können! Obwohl ich mir bestimmt auch öfter mal einen Restaurantbesuch gönnen werde, sobald ich zurück bin 😉

  • Liebe Carina,
    ich kann so gut mit Dir fühlen. Ich habe vor meiner letzten Schwangerschaft 11kg abgenommen, aber momentan fehlt mir einfach die Disziplin dorthin zurückzukehren. Wir kennen also unsere Schwächen, aber dies Wissen macht es eben leider einfach nicht leichter, entsprechend zu handeln…
    Ich drücke uns beiden die Daumen zum geeigneten Zeitpunkt den Zügel wieder fester in die Hand zu nehmen!
    Viele Grüße Inga

    • Danke liebe Inga! Wie toll, dass du einen kleinen Menschen produziert hast! Sei stolz auf dich und nicht zu hart mit dir, dein Körper hat etwas Unglaubliches gemeistert!

  • Liebe Carina,
    auch ohne selbst auf Weltreise zu sein kann ich dir sagen: du bist absolut nicht allein. Mir geht es ähnlich wie dir, und das obwohl ich zuhause bin und alle Möglichkeiten der gesunden Ernährung und Sport habe. Man kann so schnell in alte Muster zurück fallen, es ist erschreckend!
    Aber auch daraus wirst du wieder heraus finden, sobald du zurück bist. Ich würde wohl genau so wie du die Weltreise genießen wollen, gerade kulinarisch!
    Ich an deiner Stelle würde es in ein paar Jahren ganz sicher bereuen mir auf einer einmaligen Weltreise irgendwelche Sachen versagt zu haben, nur weil ich Angst vor einer Zunahme hatte. Genieß es! Vielleicht schaffst du es ein paar Übungen einzubauen, die du täglich im Hotelzimmer machen kannst?
    Das Gewicht verlierst du sicher auch wieder. Und dann hast du auch die Chance ein gesundes, intuitives Essverhalten zu entwickeln 🙂

    Ganz viele Grüße und noch eine tolle Zeit auf deiner Weltreise

    • Ich versuche ganz stark, die Reise so zu genießen und mich nicht zu sehr mit Essen zu beschäftigen! Die Intuitive Ernährung probiere ich schon aus. Wenn es auf der verrückten Reise klappt, dann Zuhause bestimmt noch viel einfacher!

  • Ich finde diesen Post so negativ und lese darin viel über Einsamkeit.
    Warum legst du den Fokus nicht auf etwas anderes als essen im allgemeinen?
    Der Körper kommt mit viel weniger aus wenn man nicht auf seine festen Mahlzeiten verpicht ist.
    Du hast eine Chance die wahrscheinlich die meisten Menschen auf der Welt niemals bekommen. Du kannst dich ein Jahr nur auf dich selbst konzentrieren zu dir finden und Dinge sehen die viele nur von Fotos kennen. Schau dich um atme tief durch und genieße die unendlichen weiten. In ein paar Monaten bist du wieder zurück und hast deinen Alltag und deine liebsten wieder. Für den Rest deines Lebens… Die Zeit ist begrenzt auch die der Einsamkeit das kann man schaffen wenn du dir klar machst das es ja nur ein Abschnitt deines Lebens ist. Ich würde immer das beste aus allem machen. Egal ob ich nun 60 oder 70 Kilo wiegen würde. Ich wünsche dir eine schöne Zeit und vllt wird der nächste Post schon wieder positiv nachdem du das alles gesagt hast.

    • Danke Natz. Das ist alles wahr, aber trotzdem wollte ich den Post oben so veröffentlichen, wie er ist. Es ist mir wichtig, auch den negativen inneren Dialog zu zeigen. Klar hat das alles mit Einsamkeit zu tun und darunter leider ich hier nun mal stark. Sobald ich wieder Zuhause bin wird sich das wieder einpendeln, aber nur mit positiven Gedanken lässt sich die Einsamkeit leider auch nicht bewältigen.

  • Liebe Carina,

    Deinen Frust und deine Enttäuschung kann ich absolut nachvollziehen. Ich war in einem ähnlichen Dilemma drin und alles drehte sich nur noch ums Essen. Besonders gesundes Essen. Orthorexie wie es in der Fachsprache heißt.
    Du bist ein solch reflektierender Mensch der sehr ehrlich zu sich selbst ist und weißt glücklicherweise warum Du zugenommen hast.
    Das ist ein großer Vorteil.
    Auch ich möchte dir keine flachen Motivationssprüche hier lassen aber es bringt nix zornig auf sich zu sein. Denn du hast einiges zu bewältigen auf Deiner Reise. Wir sind keine Maschinen. Ich esse mittlerweile Alles bis auf Industriezucker. Aber auch da habe ich Ruckfälle. Gerade wieder 2 Monate hinter mir gehabt.
    Ich bin ein Mensch der einen stabilen Rahmen um sich braucht um einen Weg zu gehen. Kommt irgendwas dazwischen – PENG! Das Ziel ist erstmal futsch und ich tröste mich mit Essen. Es wird immer besser aber Rückfälle gibt’s immer mal wieder. Ich habe gelernt in diesen Situationen milde mit mir zu sein und den Faden wieder in die Hand zu nehmen. Und da Du, wie schon erwähnt, ein sehr reflektierter Mensch bist, wird Dir das auch gelingen.
    Verlange nicht zuviel von Dir und hab eine wunderbare Zeit 🙏🏼
    Liebe Grüße, Tanja 🌞

    • Danke dir liebe Tanja! Die Orthorexie habe ich auch durch, das waren meine letzten drei Jahre. So gesehen habe ich mich davon schon ein Stück weit erfolgreich rehabilitieren können! Auch wenn ich die extra Kilos in Kauf nehmen muss. Aber vielleicht braucht mein Körper das auch. Als ich schlanker war, war ich ja auch nicht gesünder oder glücklicher. Danke nochmals für deinen ehrlichen und lieben Kommentar!

  • Danke Danke für diesen Post. Ich habe es dir schon auf Instagram geschrieben – ich kann deine Situation so gut nachvollziehen und befinde mich gerade in einer ganz ähnlichen Lage. Auch ich habe wahnsinnig kontrolliert gegessen, bin zum Sport gegangen, habe Panik bekommen wenn ich keine 10.000 Schritte geschafft habe oder es im Urlaub am Kiosk nur Semmeln oder Pasta gab. Ich hatte meine Tage nicht mehr und war ständig müde und ausgelaugt – und habe nie so viele Komplimente für meine Figur bekommen wie zuvor. Irgendwann war ich den ständigen Hunger, die Müdigkeit und die Gier nach Kohlenhydraten leid – und habe auch zunächst auf Reisen angefangen, wieder „normal“ zu essen (ich liebe essen ebenso wie du und kann schlecht „nein“ sagen). Zack – 10 kg wieder drauf. Ich glaube es ist wichtig sich einzugestehen, dass mein (unser?) Essverhalten zu den schlanksten Zeiten eben nicht normal war. Und ja, vielleicht haben alle gängigen Ernährungsratgeber eben doch recht, wenn sie ausgewogene Mischkost empfehlen statt Low Carb zu predigen und wenn sie sagen, dass Verbote zu Heißhunger und Jojo-Effekt führen. Und ja, vielleicht gibt es doch Menschen, denen es leichter fällt, einen niedrigen BMI zu halten, weil sie von Natur aus weniger Appetit haben oder sich unbewusst mehr bewegen. Ich finde es mutig und toll von dir, dass du hier auch die andere Seite der Medaille zeigst – Instagram ist voll von tollen Erfolgsgeschichten, und wenn man es nicht schafft das Gewicht und den Fitness Lifestyle beizubehalten fühlt man sich wie der letzte Versager. Ich kann dich gut verstehen! Ich glaube aber nicht, dass alles umsonst war – du hast so viel über Ernährung und Sport gelernt. Und wenn du zurück bist, kannst du nochmal neu starten… vielleicht mit etwas weniger Strenge und mehr Nachsicht mit dir selbst. PS Das versuche ich auch gerade… und es ist verblüffend zu sehen wie viel Energie ich habe seitdem ich wieder ausreichend und ausgewogen esse. Die Lust auf Sport kommt ganz von allein. Du schaffst das! Grüße aus dem regnerischen München!

    • Tausend Dank liebe Ilka! Das klingt nach einem tollen Vorbild. Ich glaube auch, dass unsere Körper ein bestimmtes Gewicht haben, das ihnen von Natur aus am besten taugt und auf das sie sich immer versuchen einzupendeln. Ich weiß noch, wie viel ich wog, als ich einfach nach Lust und Laune gegessen habe. Vielleicht möchte mein Körper wieder dahin! Ich beobachte das mal und bis dahin esse ich so, wie es mir mein Körper sagt.

  • Ich kann deinen Frust sehr gut verstehen.

    Als ich beruflich viel rumgekurvt bin, habe ich sehr sehr viel Fast Food und Kantinenessen gefuttert. Der nächste Supermarkt war zu Fuß zu weit entfernt und irgendwie musste ich ja leben. Wenn man jede Woche 4 Tage im Hotel lebt, ist kochen einfach nicht drin. Mir tut es auch weh, etwas im Restaurant zu bestellen und die Hälfte auf dem Teller liegen zu lassen. Als ich am Wochenende wieder zuhause war, hatte ich auch keine Energie dafür, aber ich habe absolut keine Lust mehr auf heiß und fettig gehabt, weil ich das ja schon die ganze Woche hatte. Immerhin kann ich all-you-can-eats und Nachtischen aus dem Weg gehen. Wenn ich auf Reise bin, erlebe ich auch diesen „Zwang“ die Gelegenheit zu nutzen und einfach alles zu essen, was es so an Leckereien und Spezialitäten gibt.. Das ist auch okay, wenn man das nur ein, zwei Wochen tut – Aber wäre ich wie du viele Monate unterwegs, würde ich extrem zunehmen. Ich hoffe, dass du die richtige Balance findest. Hut ab schonmal, dass du es trotz der Ortswechsel irgendwie geschafft hast, selbst zu kochen.

    • Wobei das fast meinen kompletten Tag konsumiert hat, besonders in den USA! Da wäre es leichter gewesen, einfach immer in Restaurants zu essen. Dafür habe ich mich aber noch gut geschlagen, in der Tat! Mittlerweile bestehe ich auf mein immer gleiches Frühstück, das mir schmeckt und mich befriedigt, mittags dann irgendwas im Restaurant und abends meistens Snacks im Zimmer. Damit fahre ich eigentlich ganz gut, aber wie du schon sagst, es ist einfach so unberechenbar. Essen auf dem Teller liegen lassen schaffe ich auch nicht!

  • Hallo Carina,

    ich war bis jetzt ein „Silent Reader“ – eigentlich bin ich auf Deinen Blog gestoßen, weil ich auch im Abnehm-/Zunehmkreislauf gefangen bin und ich Deinen Blog, Deine Bilder und Ratschläge 1. hilfreich finde und 2. mich in vielem selber wieder finde.

    Meine Situation ist Deiner etwas ähnlich – ich habe vor Jahren mal einiges abgenommen, bis zum Wohlfühlgewicht, aber das ging nur mit Punkten zählen, Verzicht auf Kohlenhydrate und Sport – aber das kann ja nicht Dein Leben bestimmen. Ich – die auch eher ein Eigenbrödler bin – habe es gewagt nach dem Studium ein Praktikum in den USA zu starten…und wie Du schon festgestellt hast in fremden Ländern ist es echt schwer und manchmal auch sehr teuer sich gesund zu ernähren. Lange Rede, kurzer Sinn – es ging einiges schief, sich an einen Ernährungsplan zu halten war unmöglich, ich wurde krank und musste das Praktikum nach sechs Monaten abbrechen. Als ich dann wieder zuhause war und genesen, konnte ich wieder anfangen meinen Ernährungsplänen zu folgen. Mir ist vollkommen bewusst, dass ich schon damals eine Art Essstörung entwickelt hatte – ich esse wenn mir langweilig ist oder wenn ich gestresst bin und genau wie Du denke ich im Urlaub bzw. auf Reisen, dass ich mir was „gönnen“ soll, vielleicht komme ich nie wieder hier her – das Problem ist aber, das mit dem Abnehmen bzw. Gewicht halten funktioniert nur, wenn ich mich strikt an den Plan halte. Ausrutscher darf ich mir nicht erlauben, weil ich dann sofort zum Fass ohne Boden werde.

    Über die Jahre hinweg ging das Gewicht dann immer etwas rauf oder runter – wohl gefühlt habe ich mich aber nie, ich war immer so sehr auf mein Gewicht konzentriert und was ich wie, wann kochen und essen soll – Spaß hat das eigentlich nicht gemacht. Und das obwohl ich für mein Leben gerne backe und koche…und Neues ausprobiere…

    Nach ein paar Jahren arbeiten in meiner Heimatstadt kam die nächste, große Entscheidung – ich bin nach München gezogen. Allein, Neuanfang, keine Freunde hier, keine Familie, niemand – nur ich – und wie bei dem USA Experiment ging wieder einiges schief – Job Scheiße, Kollegen zum Teil das Letzte, es ging mir wirklich nicht gut. Also erst mal den Job wieder gewechselt ….jetzt nach 8 Jahren bin ich endlich angekommen, habe meinen Mann hier kennen gelernt usw. also eigentlich geht es mir gut, aber die Jahre waren nicht leicht, viel Stress, viel Ärger – was leider dazu geführt hat, dass ich inzwischen so viel zugenommen habe, dass ich mich wieder nicht wohl fühle, obwohl mich mein Mann so geheiratet hat, wie ich bin, bin ich auch in dieser Gedankenspirale gefangen „Du musst abnehmen“, „Das ist ungesund“, „Wie siehst Du denn aus“, „Was denken denn die anderen“ usw. und ich mache mir selbst damit schöne Momente kaputt, bzw. verpasse Dinge. Und das ist MIST!

    Anfang des Jahres habe ich mit Hilfe Deiner Ratschläge und den Fitnessblender Videos abgenommen, und jetzt ist mir wieder was dazwischen gekommen, sagen wir es so, es ist momentan unmöglich Sport zu treiben und sich gezielt zu ernähren. Und ich weiß genau, was Du meinst mit – die Fitnessgurus lassen diese „Ausreden“ nicht gelten – Sport geht überall blabla. Mag sein, aber ich bin absolut leer, mein Akku ist am Ende des Tages auf 0 – ich wüsste nicht, wo ich die Kraft her nehmen soll mich noch 30 Minuten durch ein Workout zu quälen (mit der Gefahr mich zu verletzen) oder mich noch eine Stunde in die Küche zu stellen und Gemüse zu schnibbeln usw.

    Wieder ein langer Text, der Dir einfach nur sagen soll – Du bist mit Deinen „Gedanken“ nicht allein. Ich glaube jede/r von Deinen Lesern kennt das in irgendeiner Art und Weise.
    Ich finde Deinen Mut bewundernswert allein auf Weltreise zu gehen – Du hast/wirst Dinge erleben, die kann Dir niemand nehmen. Genieße jetzt die Zeit, der Alltagstrott wird Dich hier schon wieder früh genug einholen. Ich weiß nicht, welche Ziele noch auf Deiner Reise kommen werden, aber laß‘ Dir das nicht durch Gedanken an die „doofen“ Kilos verderben. Rückschläge sind (leider) Teil des Lebens, aber es geht danach weiter und Du kannst stolz darauf sein, was Du schon alles allein gemeistert hast. Die Motivation kommt wieder und das Fazit kommt am Ende der Reise 😉

    Viel Spaß noch auf Deiner Reise!

    • Danke dir liebe Kay, dass du deine Geschichte hier teilst. Für mich ist es beruhigend zu lesen, dass ich nicht allein dastehe! Da hast du wirklich ein Auf und Ab hinter dir. Ich kann dich absolut verstehen, wenn du am Ende des Tages einfach fertig bist. Das war ich nach der Arbeit auch immer, habe mich dann aber noch gequält, mit dem Fahrrad heim zu gurken… Natürlich mit Stop im Biomarkt um das beste, teuerste, pestizidfreie Gemüse zu kaufen.

      Aber glücklich war ich damals auch nicht! Für mich wäre ein Leben ideal, in dem ich nicht ständig an Essen denken müsste. Tatsächlich esse ich eigentlich gerne ausgewogen und fühle mich nach einer Mahlzeit mit Gemüse, Brot und Eiern am besten! Ich möchte auch mehr nach Gefühl essen, anstatt nach Ernährungsplan. Wonach fühle ich mich gut, wann habe ich noch Hunger und was gibt mir Energie? Ich hoffe, wir finden beide einen gesunden Mittelweg! Ich würde mich sehr freuen, wenn du mich auf dem Laufenden hältst!

  • Liebe Carina,
    es hat mich wirklich betrübt zu lesen, dass du deine Weltreise nicht so unbeschwert ausleben kannst wie du es dir gewünscht (und verdient) hättest.
    Ich selbst litt viele viele Jahre an Essstörungen und bin zwar heute -augenscheinlich- symptomfrei, aber die Gedanken an Essen, Figur usw bestimmen nach wir vor viele Stunden meines Gedankenguts.
    Vor allem am Abend, wenn die Kinder schlafen und ich allein bin (mein Partner ist Job-bedingt oft Tage oder Wochen nicht zu Hause) verfalle ich immer wieder in gleiche Muster: Ich kann mich schlecht beschäftigen (so blöd das klingt), Haushalt will ich abends nicht machen und ’nur‘ Netflix oder Instagram/facebook sind mir zu langweilig.
    Ich hoffe, dass du dich irgendwann von deinen Gedanken frei machen kannst und doch noch den Weg findest intuitiv zu essen. Egal ob 10 kg mehr oder weniger, eine Hosengröße mehr oder nicht.
    Ohne wertend oder angreifend zu sein, fand ich deine Ernährungsweise schon immer sehr dogmatisch und dachte mir oft ‚krass, dass man sich mit den ewig gleiche Lebensmitteln so wohl fühlt, wenn man doch eigentlich so ein Foodie ist‘.
    Ich glaube (auch aufgrund meiner vielen Therapien), dass jeder Körper ein ‚Wohlfühlgewicht‘ hat, welches den Körper auch am gesündesten hält. Und nicht jeder Körper ist für eine Größe 36/38 gemacht. Manche Körper brauchen Größe 42 um zu strahlen.
    Ganz liebe Grüße
    Natascha

    • DAS glaube ich nämlich auch, mit dem vorbestimmten Gewicht! Ich versuche meinem Körper nun besser zu vertrauen, dass er mir sagt, was er braucht. Für Größe 36 war ich wohl einfach nie bestimmt, aber sich damit abzufinden ist auch nicht einfach.

      Du hast Recht, in der Retrospektive war ich sehr hart zu mir. Jeden einzelnen Tag das gleiche Essen. Aber es war einfacher für mich, mich an meine strengen Regeln zu halten und mich zu quälen, als auf mein Bauchgefühl zu hören und eine Zunahme zu riskieren. An Disziplin hat es mir nie gemangelt, aber an Vertrauen in meinen Körper!

  • Danke für deinen ehrlichen Post. Ich kenne das alles so gut. Ich hab in der Schwangerschaft so zugelegt und schaffe nun nicht mehr mich „unter Kontrolle“ zu bringen. Intuitives Essen? Keine Chance. Ich habe erkannt, dass Essen leider einen völlig falschen Nutzen für mich hat. Zur Zeit (bei 2 kleinen Kindern) Stressbewältgung oder Trost. Ich hoffe sehr, dass ich i.wann die Ruhe finde, mal andere Wege zur Entspannung auszutesten… Ich glaube, vor dem Abnehmen kommt das Annehmen davon, wie und wer man ist. Ich dachte immer nur dünn bin ich wertvoll. Langsam bekomm ich da so meine Zweifel…. von daher, sei gnädig zu dir. Du bist immer noch ein toller Mensch. Zunahme hin oder her. Alles Gute weiterhin. Victoria

    • Zurecht, denn nur Schlanksein löst keine Probleme. Man schaut sich vielleicht lieber im Spiegel an, aber man ist noch der alte Mensch mit alten Unsicherheiten und Ängsten. Sei stolz auf deine zwei Kleinen und sei auch gnädig zu dir selbst!

  • Danke für das Teilen deiner Ängste, Sorgen und Erfahrungen. Ich glaube viele kennen das ganz blöd von Buffets – es wird sich heillos überfressen, weil das Intuitive eben nicht mehr intuitiv ist. Ich verstehe dich in vielen Punkten so gut. Kopf hoch. Du hast bewiesen, dass du es in deiner Routine zu Hause geschafft hast, also kannst du es wieder.

    • Buffets liebe und hasse ich. Ich will alles probieren – besonders liebe ich Frühstücksbüffets – und esse aber immer zu viel. Einfach, weil ich zu spät merke, dass ich voll bin. Vielleicht muss ich mir in Zukunft einfach sagen, dass ich alles, was es im Buffet gibt, irgendwann wieder essen kann und nichts verpasse!

  • Danke, dass du diesen Artikel geschrieben hast. Das hört sich jetzt komisch an, aber ich muss gestehen, ich hatte oft ein schlechtes Gewissen, wenn ich mir nach einem Tag im Büro dann doch die TK Pizza warm gemacht habe, wenn ich bei dir gesehen habe, dass du trotz Weltreise brav Brokkoli und Joghurt mit Apfel ist und so Kalorien sparst. Durch den Artikel weiß ich jetzt, dass du auch strugglest (und das ist jetzt nicht in einem hämischen “ha, sie schafft das auch nicht”-Sinn gemeint, sondern in einem “Thank God, she is human too”). Intuitiv zu essen ist nicht so einfach, wenn der Körper und die Seele häufiger nach Comfort Food verlangen als für die Waage gut wäre. Ich drück dir die Daumen. Wofür musst du entscheiden, ob für mehr Kontrolle oder für mehr Akzeptanz der Kilos.

    • Das war auch einer der Gründe, warum ich ihn geschrieben habe. Wenn ich zurückblicke, habe ich fast nur meine Erfolge und gute Momente gepostet, aber so war es überhaupt nicht. Typisch Instagram… aber das wird sich ändern! Hast du intuitive Ernährung schon ausprobiert?

  • Dies sind DEINE Überlegungen, Eindrücke, Empfindungen und Wahrnehmungen, und es ist absolut selbstverständlich daß niemand, weder ich, noch sonstwer, in der Position ist Dir zu widersprechen. Nicht mal daß man „nur“ nicht das Recht hätte Dir zu widersprechen, sondern es ist vielmehr einfach nicht möglich; das wäre so, als würdest Du sagen „ich finde Rot schön“, und ich würde darauf antworten „nein, Du hast unrecht, Rot ist häßlich“. Allerdings komme ich nicht umhin meine, freilich genauso subjektive, und insoweit auch genauso valide Wahrnehmung bzw. Selbstwahrnehmung in Bezug auf Deine Äußerungen kundzutun, und die unterscheidet sich teilweise von dem was Du offenbar empfindest.

    Natürlich verstehe ich aller bestens daß es Dich ärgert, so viel zugenommen zu haben. Erstens per se, wenn es nicht das ist, was man will, oder bereitwillig in Kauf nimmt (es soll ja Leute geben für die ihr Gewicht kein vordringliches Thema ist, obwohl es nicht der Norm entspricht … ich bewundere das!), und zweitens auch umso mehr in Anbetracht dessen, was Du gewichtsmäßig bereits erreicht hattest. Ich verstehe es nicht nur, ich kenne es aus eigener Erfahrung. Gerade deshalb trifft es mich irgendwie – irrationalerweise, denn es BEtrifft mich ja nicht, sondern eben Dich – wenn Du sagst, Du SCHÄMST Dich dessen. Weil irgendwie gibt mir das einfach auch selber ein schlechtes Gefühl, wenn jemand den gleichen struggle hat wie ich, an diesem auch mitunter scheitert, so wie auch ich, und derjenige dann suggeriert, das sei schämenswert. Jeder Mensch versagt, immer und immer und immer wieder – das ist etwas, aus dem man idealerweise lernt, und durch das man sich anspornen läßt, aber eigentlich doch nichts dessen man sich schämt… Finde ich zumindest. Ich weiß, Du sprichst nur für Dich, aber indem Du es öffentlich tust, sprichst Du damit halt automatisch auch andere Menschen an. Ist ja genau auch der Zweck eines Blogs… Und bei mir triggert sowas einfach die diet culture Tretmühle, mit allem, allem, allem, was da, v.a. psychisch, mit dran hängt.

    Darüberhinaus finde ich: FOMO is real! Bei so einem buchstäblich einmaligen Abenteuer, wie Du es gerade erlebst – ja logisch gibts da bestimmte Speisen und kulinarische Gepflogenheiten zu versäumen, um die es extrem schade wäre! Denn natürlich kannst Du mal wieder nach Los Angeles oder Tokyo oder Hanoi kommen, und DANN irgendwas bestimmtes probieren – aber seien wir ehrlich, wie oft wirst Du das in Deinem Leben??? Vermutlich wirst Du es an einer Hand abzählen können, und das ist somit immer noch selten genug um jedes Mal dabei was versäumen zu können. Das ist so, als würdest Du sagen, „ich brauch aber jeden Tag meine 12 Stunden Schönheitsschlaf, auch auf Weltreise, daher besichtige ich halt einfach einiges nicht, auch wenn ich grad hier bin, weil das mein Regime von zu Hause ist, und das ziehe ich auch unterwegs durch, egal was dadurch dann auf der Strecke bleibt…“ Vielleicht könntest Du mehr Sport machen, ohne großartig was zu versäumen; vielleicht auch nicht, das kann ich logischerweise absolut nicht beurteilen. Aber daß man durch Verzicht nichts erlebt, liegt ja gerade in der Natur des Verzichts. Also liegt es für mein Dafürhalten näher dann zu verzichten, wenn der Verzicht eben nur genau das ist: ein Verzicht – und nicht automatisch auch ein Versäumnis.

    Und zu guter letzt denke ich, es gibt Menschen, denen ist das Alleinsein quasi in die Wiege gelegt, und andere, die sich die Schönheit des Alleinseins erkämpfen müssen. Und Du sagst ja auch oft, daß das Alleinsein und Alleinreisen – nachvollziehbarerweise – schon seine Härten und Schattenseiten hat. Eine Weltreise allein, wenn man eben nicht so ein geborener, einsamer Wolf ist, ist ein wirklich krasses Projekt, das man erst mal auf die Reihe kriegen muß; und das meine ich noch nicht mal organisatorisch, sondern v.a. emotional. Und im Rahmen dieses eh schon krassen Projektes, machst Du ja auch noch viele einzelne Dinge, die Dich Überwindung kosten; mit denen Du ganz gezielt Deine Komfortzone überschreitest. Das ist alles in allem also eh schon ein Kampf an vielen Fronten – vielleicht ist das mit der Ernährung einfach eine Front zu viel; eine mehr als Du gewinnen kannst. Und das meine ich wirklich nicht herablassend, oder verurteilend, oder sonst wie negativ; denn NIEMAND kann an allen Fronten kämpfen und gewinnen. Also vielleicht, um in der Metapher zu bleiben, ist das mit dem Gewicht quasi einfach sowas wie Deine Heimatfront, von der Du im Moment eben weit entfernt bist.

    So wie Du, möchte auch ich meine Gedanken zu diesem Thema, das, wie gesagt, bedauerlicherweise auch für mich ein Lebensthema ist, einfach in den Raum stellen. Ohne Anspruch auf Gültigkeit über mein eigenes Empfinden hinaus, ohne Resümee, Postulat oder unerbetene Ratschläge. Das alles einfach waren die Aspekte, die mir in den Sinn kamen, als ich Deinen Post gelesen habe; und weil das ganze etwas ist, das mich sehr bewegt, möchte ich es an dieser Stelle eben auch tatsächlich antworten, und es nicht dabei belassen, es mir nur zu denken.

    • Ja Wahnsinn, erstmal muss ich sagen, wie beeindruckt ich von deiner Eloquenz bin! Ich wünschte ich könnte halb so nobel schreiben wie du liebe Paphio! Hast du schon mal überlegt, ein Buch zu schreiben? Ich würd’s lesen! 😉

      Zu deinen Punkten:
      Ja, man sollte sich überhaupt nicht schämen müssen, wenn man zunimmt. Ich bin selbst noch so in der Diättretmühle drinnen, dass ich mich noch schwer tue, den richtigen Blickwinkel zu finden und triggernde Sprache zu erkennen. Dazu lese ich gerade das Buch Just Eat It, das mich auf die ganzen Bullshit Botschaften im Alltag erst aufmerksam macht. Ja, sollte man nicht – aber ich fühle teilweise auch Scham. Mir war wichtig, das auch ehrlich zu schreiben, um einen ungefilterten Einblick in meine Psyche zu geben. Ohne, dass sofort ein Motivationsspruch folgt, den ich in dem Moment nicht ernsthaft gemeint hätte. Für meinen Blog werde ich in Zukunft mehr auf diesen Umgang mit Bodyneutrality eingehen, hier werden mir ganz langsam die Augen geöffnet.

      Mein rationales Hirn sagt mir auch, dass ich alles richtig gemacht habe, dass ich die guten Sachen auch gegessen habe. Aber die Emotionen gehen in die genau andere Richtung. Zumal es völliger Bullshit ist, Essen im Nachhinein zu bereuen. Wie gesagt – rational weiß ich es, emotional nicht.

      Je mehr ich mit anderen Reisenden rede (und mittlerweile fällt mir das so viel einfacher als vor meiner Reise – ein riesiger Erfolg!), desto mehr wird mir auch bewusst, dass Alleinreisen an sich schon eine Herausforderung ist. Es ist so viel einfacher, wenn man noch eine soziale Komponente hat, die den Tag füllt. Alleine ist alles intensiver – man hat keinerlei Ablenkung, jeder Café Besuch ist fast eine Meditation, wenn man sich nicht ablenken kann. Aber so ganz langsam komme ich damit klar. Ja, ich habe mir viel zugemutet – zum Glück wusste ich das vorher nicht!! 😀

      Danke dir nochmals für deine Sicht der Dinge. Ich schätze es sehr, konstruktives Feedback lesen zu können!

  • Liebe Carina,

    vielen lieben Dank für deine Offenheit! Ich mache leider genau das gleiche, ich kompensiere Einsamkeit auch oft mit Essen! In solchen Zeiten ersetze ich dann auch Fitness und Ernährungs Videos durch Rezepte Videos und Restaurant-Kritiken 😉
    Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du deine Reise genießt!

    Alles alles Liebe
    Steffi

    • Danke liebe Steffi! Der erste Schritt ist die Erkenntnis! Wenn ich sehr einsam bin, dann telefoniere ich mit meinen Eltern oder setze mich in ein volles Kaffee. Das hilft mir ein Stück, vielleicht ersetzt es irgendwann das Kitkat!

  • Ich finde es toll, dass du darüber sprichst, denn ich glaube viele die schon mal abgenommen haben struggeln irgendwann doch wieder mit ihrem Gewicht.
    Ich verstehe dich zumindest seeeehr gut, ich habe selbst über einige Zeit einiges zugenommen (30kg) und fühle mich, wie du es sagt, beschissen. Ich hab meinen Lieblingssport (Poledance und alle dazugehörigen Sportarten) aufgegeben, weil ich mich in den Klamotten nicht wolfühle. Was natürlich doppelt blöd ist, denn mit weniger Sport nehm ich auch nicht ab…
    Und ich weiß, dass dir das wahrscheinlich egal sein wird, weils mir auch so gehen würde :), aber auf deinem letzten Bikinifoto siehst du immer noch toll aus und du musst dich nicht beschissen fühlen.
    Alles Liebe 🙂

    • Vielen Dank liebe Lisa! Gab es einen bestimmten Auslöser für deine Zunahme? Poledancing ist ein unglaublich cooler Sport, ich bewundere dich, dass du das machst! Wenn du Freude dran hast, mach es. Lass dir doch nicht von anderen was ausreden!!

  • Carina ich fühle mit dir! Ich muss aber ganz ehrlich sagen, dass du jetzt auf Weltreise bist und an deiner Stelle würde ich auch alles essen, worauf ich Lust habe! Ich hätte genauso Angst iwas zu verpassen oder im nachhinein zu bereuen, wenn ich stur nur das esse, was eben „gesund“ ist um nicht zuzunehmen. Klar, man ärgert sich über die Zunahme, aber das kann man bestimmt wieder gerade biegen, wenn man wieder in Deutschland bist. Man lebe schließlich nur einmal und das sollte man genießen!

    • Wie wahr. Deshalb bereue ich es auch irgendwie nicht so sehr. Oder versuche mich dazu überzeugen, es nicht zu bereuen! Niemals hätte ich die BBQ Pork Buns von Tim Ho Wan verpassen wollen!

  • Hey Carina!

    Ich schreibe Dir aus der Münchner Heimat. Vor einiger Zeit hast Du mich sehr motiviert und ganz ehrlich – das tust Du auch jetzt. Wir sind keine Maschinen und unsere Pfunde – ob mehr oder weniger – zeichnen uns doch nicht aus. Deine Leistung bleibt Deine Leistung und ich finde es wahnsinnig mutig monatelang allein durch die Welt zu reisen. Ich bewundere Dich dafür. Nicht alles kann man rund um die Uhr unter Kontrolle haben, nicht alles lässt sich im vorhinein planen, wie man sich fühlen wird und wie man was machen wird an welchem Ort, und schon gar nicht lässt sich so eine Weltreise Instagram-mäßig durchführen, auch wenn das online gerne so suggertiert wird.
    Bleib bei Dir egal mit welchem Gewicht. Spätestens wenn Du wieder Dein gewohntes Umfeld hast, kannst Du Dein Leben wieder nach Deinem Ernährungsplan einrichten, Sport machen etc.. Aber egal wie es weiter geht, ob mit erneuter Gewichtsabnahme (und Du wirst das wieder hinbekommen wenn Du willst) oder eben nicht. Du bleibst sehr mutig und stark und Du bist um unglaubliche Erfahrungen reicher, die Dir niemand nehmen wird.

    Deine Schönheit ist da, ganz egal mit welcher Zahl auf der Waage. Mach weiter so, Du bleibst mein Vorbild – ganz viel Kraft und Mut weiterhin!

    Liebe Grüße
    Sandra

    • Wow Sandra, ich danke dir für deine unglaublichen lieben Worte! Danke, dass du bei meiner Reise dabei bist, mit so lieben Nachrichten machst du mir Mut, auch ehrlich sein zu können! Das intuitive Essen wird nicht einfach für mich, aber es macht mir Spaß, es zu erlernen!