Es reicht!

 

Ich bin 30 Jahre alt. 20 davon war ich auf Diät. Mein Gewicht schwankt seit ich denken kann um bis zu 40 kg hin und her. Es verging kein Tag, an dem ich nicht an Essen und meine Figur gedacht habe. Kein Tag ohne schlechtes Gewissen oder Bewertung meiner Mahlzeiten.

 

Mir reicht es. Endgültig.

 

Ich habe es satt (Wortspiel beabsichtigt) meine Zeit und Energie für Schönheitsideale zu verschwenden. Ich werde nie Größe 36 und schlanke, glatte Beine haben. Ich werde nie eine schmale Hüfte haben. Egal, was ich tue, ich werde meine Genetik nicht verändern können.

Ja, ich kann meinen Körper mit Diäten versuchen zu manipulieren. Aber nur so lange, wie meine Willenskraft durchhält.

Die letzte Diät hielt ich ganze drei Jahre durch. Ich nannte sie „Lebensumstellung„, denn das klingt so viel besser und gesünder als Diät. Wie sah diese „Lebensumstellung“ tatsächlich aus?

 

„Gesunde“ Mahlzeiten, dreimal täglich, keine Fertigprodukte aber ich darf mir schon mal was „gönnen“. Täglich Schokolade zum Beispiel. Denn wie wir alle wissen, ist Schokolade schlecht und ungesund und sie sich zu erlauben macht diese Diät – ähhh Lebensumstellung! – so viel zugänglicher und realistischer.

Sport? Natürlich mehrmals pro Woche und 10.000 Schritte am Tag. Für mich war es schon gönnerisch, wenn ich „nur“ zum Yoga ging und mich nicht durch 45 Minuten Krafttraining quälte (was im Übrigens für die Katz‘ war, denn ich aß viel zu wenig, um Kraft aufbauen zu können).

 

Mensch, kam diese „Lebensumstellung“ gut an!

 

Von allen Seiten bekam ich Komplimente für meinen gesunden Umgang mit Ernährung und Sport, für meine Disziplin und meinen tollen schlanken Körper. Jedes Kompliment mit den Wörtern „schlank“ und „sportlich“ ging runter wie Öl. Ich entsprach immer mehr dem Schönheitsideal, wie eine 30-jährige Mitteleuropäerin auszusehen hat. Also war ich offensichtlich auf dem richtigen Weg, oder?

 

 

Bei den Schwindelanfällen, dem Haarausfall, der ausbleibenden Periode, der ständigen Kälte und den krankhaften Gedanken ans Essen musste sich mein Körper irren.

 

„Hey, reiß dich zusammen, wir sind auf dem richtigen Weg! Ich mache alles, was ich in jedem Fitnessblog, Ernährungsbuch und gesundem Menschenverstand gelernt habe.“

 

Natürlich ist ein dicker Körper schlechter als ein schlanker Körper. Deine Genetik hat dir einen runden Körper mit Fettpolstern und Cellulite beschert? Na dann mal auf ins Fitnessstudio! Das zu akzeptieren bedeutet Schwäche und reine Faulheit!

 

Es ist doch völlig normal, sich zu dick zu fühlen. Ich kenne keine Frau, mit der ich nicht über Diäten sprechen kann. Selbst die erfolgreichsten, stärksten und inspirierendsten Frauen in meinem Umfeld stehen bei mir im Büro am Tresen und sagen „Nein, den Keks kann ich nicht essen, ich muss X Kilo abnehmen!“. Mit jeder Freundin, Tante, Cousine und Kollegin habe ich über Diäten gesprochen. Alle haben ein schlechtes Gewissen, weil sie sich nicht „perfekt“ ernähren. All diese tollen, starken Frauen opfern ihre Zeit für den x-ten Diätversuch, der nicht funktionieren wird und nach dem anfänglichen High unweigerlich wieder zur Zunahme führen wird.

 

In dem Moment ist es egal

  • ob sie 5 Sprachen sprechen
  • ein Team von 50 Leuten managen
  • zwei wunderbare Kinder großgezogen haben
  • die Familie zusammenhalten
  • sich liebevoll um kranke Angehörige kümmern
  • den kompletten Haushalt neben dem Vollzeitjob schmeissen
  • oder sich für den Tierschutz engagieren.

 

In dem Moment fühlen wir uns alle wertlos, weil wir das mit dem Abnehmen einfach nicht hinbekommen.

 

Lasst euch nach 20 Jahren Erfahrung gesagt sein: Diäten funktionieren nicht. Selbst mit meiner eisernen Willenskraft, die mich die letzten 3 Jahre jeden Tag gegen meinen Körper kämpfen ließ, hielt ich es nicht durch.

 

  • Jeden Tag habe ich meine gesamte Energie darauf verwendet, mich bei jedem Restaurantbesuch für den Salat statt Burger zu entscheiden.
  • Jeden Tag raffte ich mich zum Sport auf.
  • Jeden Tag ignorierte ich meinen Hunger und die Signale meines Körpers.

 

Was nutzt mir meine Kreativität, meine Treue, mein beruflicher Erfolg, meine Selbstständigkeit und mein Humor, wenn ich dick bin? Wenn ich nicht dem Schönheitsideal entspreche? Wenn ich schwabbele, sind all diese Eigenschaften nichts wert. Also konzentrierte ich meine gesamte Energie darauf, mein Traumgewicht zu erreichen und zu erhalten. Koste es, was es wolle.

 

Auch wenn man eine Diät eine Lebensumstellung nennt, hält man sie nicht durch. Kaum hatte ich auf meiner Weltreise meine Routine und mein gewohntes Umfeld verloren, taumelte ich in den Kontrollverlust. Durch den zusätzlichen Reisestress sendete mein Körper mir immer stärkere Signale, dass ich mit dem verdammten Hungern aufhören muss. Wer meine Reise von Anfang an verfolgt hat, weiß nun, warum ich in den ersten Monaten permanent schlecht gelaunt war. Ich hatte Hunger. Ich wollte meine schlanke Figur nicht aufgeben, aber ich hielt es einfach nicht durch. Der Reisestress war zu groß, der Druck ein tolles Gericht zu verpassen lag auf meinen Schultern und Tag für Tag verlor ich meine Willenskraft.

 

Bis ich nach ganzen 7 Monaten im Kampf mit mir selbst endlich einsah, dass meine tolle Lebensumstellung auch nur eine verdammte Diät war.

 

Bis ich auf meinem Balkon in Ubud saß und laut sagte „Mir reicht’s.“

 

  • Mir reicht es, meine kostbare Zeit für Diäten zu verschwenden.
  • Ich will Essen genießen können, ohne schlechtes Gewissen, ohne ständig daran zu denken, ohne vor Restaurantbesuchen online die Speisekarten nach dem gesündesten Gericht zu scannen.
  • Ich will meine Energie in Sachen stecken, die mir Spaß machen.
  • Ich will mit anderen Frauen über wichtigere und interessantere Dinge sprechen, als die neusten Diättrends.

 

Ich habe nach 20 Jahren Kohlsuppendiät und Squats die Schnauze voll von der allgegenwärten Diätgehirnwäsche, die uns von jedem Magazin, jeder Werbung und jeder Fernsehserie entgegen schreit. Ich bin stinksauer, dass ich mir von der Gesellschaft habe einreden lassen, dass ich als Frau nur schlank etwas wert bin!

 

Es tut mir unfassbar leid, dass ich auf diesem Blog die Diätgehirnwäsche über die letzten Jahre propagiert habe. Ich habe meine Posts mit den besten Absichten geschrieben und war überzeugt, dass ich damit Gutes stifte. Ich möchte es wieder gut machen und meine Plattform hier dazu nutzen, auf den Diätenbullshit und die Körperdiskriminierung aufmerksam zu machen. Ich weiß noch nicht wie genau, aber dieser Post war mein erster Schritt in diese Richtung.

 

Es reicht!

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40 Comments

  • Schön, dass Du zu dieser Erkenntnis gekommen bist. Ich lese schon viele Jahre bei Dir mit, mal mehr, mal weniger. Allerdings nur auf Deinem „Hauptblog“, hier normalerweise nicht, denn Diäten interessieren mich schon seit vielen Jahren nicht.
    Mit fast 25 Jahren „Altersvorsprung“ kann ich Dir auch sagen, das Körpergewicht hat keinerlei Einfluss auf Dein Lebensglück.
    Ich bin auch genetisch ein „Moppelchen“, hatte schon im Gymnasium trotz gleicher Körpergröße und Gewicht zwei Kleidergrößen mehr als meine beste Freundin. Das waren damals 50 Kilo bei knapp 1,7 und trotzdem passte ich nie in die so ersehnte Größe 36 oder gar 34.
    Viele Jahre später, kam ich genau zu Deiner Erkenntnis.
    Ich esse alles was ich möchte, wann ich möchte.
    Mein Gewicht (soweit ich es sagen kann, ich wiege mich maximal 2 mal im Jahr) bleibt ziemlich konstant (hoch), die Kleidergröße hat sich seit Jahren nicht verändert.
    Noch immer fast 30 Jahre später, ärgere ich mich über eine Situation in einem schönen Urlaub mit meinem Freund (heute mein Mann).
    Es gab herrliches gegrilltes Fleisch, und ich aß tatsächlich Salat, weil ich wieder mal auf Diät war.
    Und ich hatte solche Lust drauf und solchen Hunger, aber ich wollte doch „stark” bleiben.
    Bald drauf beendete ich diesen „ Diätwahnsinn” und bin sehr froh darüber.
    In meinem beruflichen Leben hatte ich viel mit jungen Menschen zu tun, was sich speziell Mädchen und junge Frauen selbst antun, ist unglaublich.
    Die wunderschönsten jungen Frauen haben mir erzählt, sie seien zu dick.
    Haben alles mögliche an ihrem Körper kritisiert, statt sich selbst zu lieben.
    Und wofür?
    Die Anerkennung von Menschen, denen es meistens eh egal ist, wie es denjenigen wirklich geht….
    Ich hoffe, Du bleibst bei Deinem Vorsatz, lebst in Zukunft in Einklang mit Deinem Körper, hörst nicht auf schlechte Einflüsterer und wie schon gesagt:
    Ich bin absolut überzeugt, dass soviel im Leben auf Schicksal basiert (allein wie ich meinen Mann kennengelernt hab, mit dem ich fast 35 Jahre zusammen bin) und das Körpergewicht hat keinen Einfluss auf Dein Lebensglück!!!

  • Wow super Beitrag. Toll das du dich gegen diesen Perfektionismus und Wahn zum Dünnsein stark machst. Ich freue mich auf weitere Beiträge zu dem Thema. 🙂

  • Carina, YES!!! Du sprichst mir so aus der Seele! Obwohl bei mir mit dieser Erkenntnis echt noch viel Schmerz verbunden ist, habe ich genauso die „ Schnauze“ voll vom ewigen Verbessernwollen! Oder Gutmachnwollen, Schönmachenwollen….. echt alles Brainswash über Jahrhunderte! Wenn ich das jetzt so schreibe, kriecht eine Angst von hinten hoch, die sagt „ Ok, dann musst du dich jetzt annehmen wie DU BIST!“ da ist meine Challenge!
    Herzensdank für deinen Impuls und deinen Mut!
    Mel

  • Wow wow wow…Danke! Du hast mit jedem einzelnen Wort so verdammt recht. Ich freue mich sehr für dich, dass du diesen Entschluss gefasst hast, glücklich sein ist so viel mehr wert als schlank sein. Auch wenn einem Magazine und Models suggerieren, dass das Eine ohne das andere nicht geht. Ich habe durch meine 3.5 Monate zurückliegende Schwangerschaft Frieden mit meinem Körper geschlossen…er hat schließlich was Wahnsinniges geleistet. Ja, da sind noch 8 kg mehr als vorher…und???? Meine Tochter interessiert das nicht, meinen Freund auch nicht. Aber alle anderen scheinbar…du siehst schon wieder gut aus, Na, nixht ein bisschen rund bist du ja…diese blöden Kommentare. Genau das treibt Menschen in Essstörungen und Konflikte. Das kann und darf nicht sein. Du hast vollkommen Recht: es reicht!!!!

  • Liebe Carina. DANKE für diesen Post, mit welchem du sicherlich vielen Leuten aus dem Herzen sprichst (inkl. mir). Ich befinde mich auch gerade in einer Phase, in der ich einfach auf meinen Körper „hören“ will und das esse, worauf ich Lust habe. Ich MÖCHTE das gesunde Müsli zum Frühstück essen? Toll! Ich MÖCHTE heute das Schoko-Croissant zum Frühstück? Ebenso toll! Ich habe eine Woche, in der ich richtig Bock habe, mich sportlich auszupowern? Perfekt! Genauso perfekt soll es aber auch sein, wenn ich mal gar keine Lust auf Sport habe und mich aufs Sofa gammeln will.

    Ich glaube, man versteht, worauf ich hinaus möchte… Balance is the key! Habe noch nicht genau herausgefunden, wie ich das wirklich umsetzen will, aber ich bin auf dem richtigen Weg 🙂

  • Jetzt hab ich einen so schönen klugen Kommentar geschrieben und mein Browser ist abgekachelt und alles is weg. Schöner Scheiß.

    Dann nochmal: Du hast so recht! Uns ist allen das normale Maß verloren gegangen. Entweder super fit und KH sind der Teufel oder fat acceptance mit „ich wiege 200 kg bin aber trotzdem soooooo gesund und glücklich! Ich sterbe zwar nach drei Treppenstufen und kann nicht mehr verreisen, aber ich liebe mein Gewicht du hässlicher Hater!!!!111“

    Was ich absolut unterschreiben kann ist dein Text über starke Frauen. Die Fuckability muss ja hergestellt sein. Was nutzt es mir wenn ich ein Firmenboss mit drölfzig Angestellten und drei Geld bin, wenn Horst ausm Controlling mich nicht fcken wollen würde? Oder?

    Es ist so unglaublich lächerlich. Männer so: Hey ich bin geil ich bin hier, Selbstvertrauen olé! Und selbst die tollste Frau: „hmm ja mit 5 kg weniger würde ich endlich in 36 passen und wäre dann noch mehr wert“

    kotz

    Die größte Sünde ist das ungelebte Leben

    Der Satz von Rainer Maria Schießler hat mich vor 2 Jahren so hart getriggert. Das war wie ein Weckruf.

    Im Sarg is koa Spiegel.

    Wohlfühlen musst du dich!
    Beim Essen und beim restlichen Leben.

    Wenn du es hasst, dassd ohne Schnaufen nicht die Treppe hochkommst: Ja dann tust was dagegen. Weils dich sonst einschränkt. Aber wenn du gesund und glücklich bist, bist du auch wunderschön. Egal wo ein Pölsterchen sitzt.

    Wir haben alle nur eine bestimmte Menge an Energie. Wenn du schon 50% deiner Energie aufwendest um über Essen nachzudenken… Stell dir mal vor was du alles erreichen könntest wenn du diesen riesen Posten aus deinem Leben streichen würdest.

    Iss das was dich anlacht. Das hab ich in der Schwangerschaft gelernt. Dein Körper sagt dir was er braucht.

    Aber was wenn man isst, obwohl der Magen keinen Hunger vermeldet?

    Ich stell mir keinerlei Ernährungsfragen mehr. Ich zähle keine KH oder kcal.

    Ich frag mich nur ab und zu: Hast du Hunger, oder ist es was anderes? Ist dir langweilig? Bist du einsam? Bist du gestresst oder genervt?

    Wenn es kein Hunger ist sondern einer der anderen Gründe, dann ess ich nicht. So einfach. Ja wirklich. Dann such ich mir eine Ersatzbeschäftigung. Funktioniert mal besser mal schlechter. Aber das ist in meinen Augen der einzige Weg zum dauerhaften (Essens)glück.

    ich wünsch dir das aller aller Beste!

  • Liebe Carina, das ist ein wunderbarer Blogpost, so persönlich und wahr. Ich finde großartig, was du beschlossen hast, genau so solltest du leben. Herzlichen Glückwunsch zu dieser ganz besonderen Selbstreflektion. Das Ziel im Leben ist es eben, glücklich zu sein und sich nicht nach irgendwelchen vorgegebenen Maßstäben zu trimmen. Liebste Grüße

  • Du bist klasse! Und ich applaudiere und jubel über Deine Erkenntnis und den Text wie Du ihn geschrieben hast.
    Mein Essverhalten würde ich jetzt nicht unbedingt als optimal bezeichnen (wenn ich Kummer habe, kompensiere ich z. Bsp. mit Essen. Das darf aber so sein) aber wenn ich esse, dann genieße ich voll und ganz. Den Anspruch wegen meines Äußeren mein Essverhalten zu ändern habe ich vor langer Zeit aufgegeben. Auch mein zuckerfreies Leben ist gescheitert. Das ist okay und ich gräme mich deswegen nicht. Mein Körper schwabbelt und wackelt jetzt seit 10 Jahren (ich bin 46) und ich kann gut damit leben. Er hat halt auch echt schon viel mitgemacht und ausgehalten. Da müsste ich jeden Tag mehrere Stunden ackern um das alles straff zu bekommen und da hab ich schlichtweg keine Lust drauf. Nur um dem Gesellschaftsideal zu entsprechen? No way.
    Ein guter ausgewogener Mittelweg beim Essen ist mein Wunsch. Ich werde nie auf deftige Küche verzichten, da ich es liebe einen guten selbstgemachten Semmelkloß mit Gulasch zu essen oder einen guten Burger. Es muss auch nicht immer gesund sein. Aber hochwertig ist mir wichtig.
    Ich bin zwar schon viel Entspannter was die Ernährung angeht, aber das kann gerne noch etwas entspannter werden.
    Hab einen genussvollen Tag liebe Carina.
    Liebe Grüße Tanja/frl.mimmy

  • Wow, was für eine Entwicklung! Ich bin gespannt. Ich selber bin noch nicht so weit wie du, sondern möchte nach der Geburt meiner zweiten Tochter noch 5 kg abnehmen. Ob das klappt oder ob ich mich von Frauen wie dir inspirieren lasse… Wir werden sehen. Ich merke jedenfalls, dass ich langsam umdenke, weg vom „möglichst schlank“, mehr in die Richtung dieses tollen Beitrags. Was mir dabei auch enorm viel bringt: dicken oder pummeligen oder einfach nicht superschlanken und trainierten und operierten und retuschierten Influencerinnen auf Instagram folgen. Je mehr ich mich an den Anblick von Körperfett (und Achselhaaren, btw) gewöhne und das optisch sogar schön finden kann, desto leichter fällt mir die Akzetanz meiner eigenen Schwabbelstellen.
    Also reihe dich da gerne ein, ich freue mich!

  • Liebe Carina,

    gerade möchte ich dir am liebsten einen ganzen Brief zurück schreiben. Ich weiß nicht genau ob du mich einordnen kannst, aber ich verfolge dich schon sehr lange. Wir schreiben manchmal per Kommentar auf deinem Beauty Blog, ab und zu hier, und auch auf Instagram.

    Wir haben uns schon über Lippenstifte, iPhones und Reisen unterhalten und das seit mehr als 4 Jahren. Wahnsinn oder? Trotzdem kenn ich dich natürlich nicht persönlich und möchte dir jetzt trotzdem etwas sehr privates erzählen. Vielleicht kannst du mich ja doch einordnen und wir führen das Gespräch irgendwann über Instagram fort. 😀

    Meine Eltern haben ein sehr gestörtes Körperbild, beide. Meine Mama ist Magersüchtig und wiegt 45 Kilo. Das Verhältnis zu meinen Eltern war noch nie gut und das ist einer der vielen Gründe dafür. Für meine Eltern war ich schon immer zu Dick. Ich bin bei meinen Großeltern aufgewachsen darum konnte ich da vielen Sticheleien entgehen. Aber im Endeffekt erzählt man mir schon mein ganzes Leben ich sei zu Dick.

    Mein erster Freund ist auf den Zug gleich mal mit aufgesprungen. Was das mit einem Teenie macht kannst du dir denken.

    So ging das dann, bis ich 24 war und ich mit Crossfit angefangen habe und da hab ich gemerkt. Ich bin gar nicht dick. Stell dir das mal vor, nach 24 Jahren merkt man, man ist gar nicht zu dick.

    Ich hatte da eine ganz ähnliche Eingebung wie du sie hattest. Ich hatte einen Bachelor abgeschlossen, Projekte erfolgreich geschafft, in einer Studentenverbindung gearbeitet. Ich war stark, humorvoll, hielt meinen Freundeskreis zusammen und das wichtigste ich war scheiße nochmal sehr intelligent.

    Es gab also viel wichtigere Themen über die ich mich unterhalten wollte. Also fing ich damit an jede Unterhaltung über Gewicht und Abnehmen abzuwehren. Wenn Frauen mit ihrer Figur anfingen blockte ich ab und sagte ich bin zufrieden und ich hoffe du wirst es auch. Beim Crossfit unterhalte ich mich über Leistungen die mein Köper schafft, da ist mir mein Fettpolster am Bauch ganz sicher nicht im Weg.

    Frauen bremsen sich selber aus, ANDAUERND. Indem sie ihr Aussehen so formen, wie sie denken das ihr Umwelt es für richtig hält. Ich hab dafür schlicht keine Energie mehr und erst recht keine Lust.

    Fühl dich gedrückt, viel mehr Frauen sollten den selben Mut aufbringen, den du in deinem Post beschrieben hast.

    Auf die nächsten 4 Jahre,

    Joline

  • Liebe Carina,
    Die Person über die du da schreibst könnte eins zu eins ich selbst sein. Ich war als Kind sehr sehr dick und mache seit meinem 11. Lebensjahr Diäten. Ich habe definitiv kein Übergewicht mehr, sondern eine normale Figur. Nachdem ich vor 2 Jahren meine Tochter zur Welt gebracht hatte, ist bei mir der Gedanke einen perfekten Körper zu haben auch sehr in den Hintergrund gerutscht. Und ich habe gemerkt, dass es einfach wichtigere Dinge im Leben gibt. Und ich möchte auch meiner Tochter ein Vorbild sein selbstbewusst zu sein und sich nicht das ganze Leben selbst in Frage zu stellen (das bereitet mir große Sorgen, denn auf Jungs lastet dieser Druck nicht). Dennoch beginnt nun wieder die Zeit, dass ich mich nicht sehr wohl fühle, ich gerne 3-4 kg weniger hätte, meine Jeans doch etwas lockerer sitzen könnte,… ich dachte das habe ich alles hinter mir gelassen, doch der „Alltag“ hat mich wieder und ich somit auch meine „alten“ Gedanken wieder.
    Ich wünsche es dir sehr, dass du dir deine aktuelle Lebenseinstellung beibehalten kannst, auch wenn du wieder zurück bist und deinen Alltag hast. Aber verurteile dich nicht, wenn du doch wieder zurück in dein altes Muster verfällst. Ich meine das gar nicht böse, aber wenn man von zu Hause und vom Alltag weg ist, ist vieles denke ich doch anders. Weißt du wie ich das meine?

    Ich wünsche dir viel Glück und finde deine aktuelle Einstellung super!!!

    Alles Liebe, Jil

  • Hallo Carina!
    Das ist ein sehr interessanter Post. Auch finde ich es über alle Maße mutig, dass du hier so offen darüber schreibst. Als jemand, der ebenso sein ganzes Leben lang viel versucht hat und mittlerweile in einem sehr ungesunden Bereich angekommen ist, kann ich nur sagen: ich Stimme deinen Worten zu, dass auch eine „Ernährungs- bzw. Lebensumstellung“ nichts anderes als eine Diät ist.
    Den gesunden Mittelweg zu finden, das ist mein Ziel. Ich weiß, dass ich niemals eine Idealfigur oder mein Idealgewicht haben werde. Aber ein Übergewicht in dem massiven Ausmaß, dass es mich im Alltag einschränkt, ist genauso ungesund, wie sich überhaupt nichts mehr zuzuführen, sodass der Körper spürbar nach Hilfe schreit.
    Vermutlich sind es aber dann doch 2 verschiedene Paar Schuh. Idealmaße und gesundes Körpergewicht kann man wohl doch nicht so sehr vergleichen.

    Trotzdem danke für deinen aufrichtigen Post. Ich bin gespannt, wie es hier weiter gehen wird und hoffe, dass du den Rest deiner Weltreise mit besserer Laune begehen kannst!

  • Ganz ehrlich ?! DANKE!!! Ich hab deinem Blog immer verfolgt weil du „eine von uns“ warst. Ein hübsches Mädel aus dem Leben…dem wirklichen Leben. Mit kleinen Makeln die jede Frau hat. Als du dann so abgenommen hattet war ich froh für dich und auch neidisch! Allerdings muss ich sagen das die „abnehm und Fitnessthemen“ hier überhand genommen haben und ich schon fürchtete du wärst jetzt auch eine dieser „fitness/nur noch gedundes auf den Tisch und natürlich vorher selfie Freaks“. Mein Interesse an deinem Blog schwand. Ursprünglich sollte es doch mal um Beauty gehen?! 🤔 mit diesem post sprichst du mir (und ich denke ganz vielen) aus der Seele. Dieses Leitbild „nur schlanke Frauen sind schön bzw. Etwas wert“ ist echt zum kotzen!! Das Leben ist zu kurz und wir können eh nichts mitnehmen also: lebe und genieße ! Mach weiter so!

  • Wie viel Wahrheit nur in diesem Post steckt.
    Ich bin gerührt von deinen Worten und kann dem nur zu 100% zustimmen.
    Es gibt Menschen (ich zähle mich auch dazu), die werden nie 90-60-90 Maße haben, aber das ich auch völlig. Die inneren Werte zählen, das Auftreten gegenüber anderen, Sympathie, Freude im Leben und das meine seine eigenen wirklich wichtigen Ziele verfolgt. Wie man den Schalter im Kopf umlegt? Das habe ich leider auch noch nicht herausgefunden, bin selbst seit Jahren auf der Suche danach.

    Hab noch eine tolle Zeit und genieß das Leben liebe Carina.

  • Danke, danke, danke für diesen Post. Es tut unglaublich gut, zu lesen, dass man es wirklich nicht durchhalten kann. Klingt gemein, aber ich habe deine Geschichte von Anfang an verfolgt. Als du mit deiner Diät beginnst, habe ich mit Weight watchers angefangen. Dauernd habe ich verglichen, „wieso braucht sie nur Schokolade weg zu lassen und nimmt ab und du hast jeden Tag Hunger und nimmst nicht ab?“ ich habe mir deine Fotos aus der Kantine angesehen und war neidisch, weil du dich gesund ernähren konntest und ich saß mit einer Gefügelrolle von Edeka vor dem Bildschirm. Du hattest dein Leben unter Kontrolle, bekamst Komplimente und ich war zu schwach, brach nach einem Jahr Dauerhunger Weight Watchers ab. Ich konnte einfach nicht mehr abends Thunfisch aus der Dose essen, um satt zu werden, aber keine Punkte zu verbrauchen oder noch mindestens eine halbe Stunde nach dem Balletttraining noch durch die Gegend laufen, um genug Schritte zu sammeln. In meinem Hinterkopf hieltst du mir den Spiegel hoch, der mir zeigte, dass man es mit genug Willenskraft schaffen kann. Somit war ich in die zweite Falle gefallen, die uns Frauen die Gesellschaft stellt. Nicht nur schlank und schön, kompetent und erfolgreich müssen wir sein, nein wir stehen auch im direkten Konkurrenzkampf miteinander. (Ich habe eine Kollegin, die diesen Konkurrenzkampf erbittert auslebt. Schrecklich sag ich dir). Bei der ganzen Konkurrenz hab ich leider aus dem Blick verloren, was es für dich bedeutet haben muss, jeden Tag gegen deinen Körper zu kämpfen. Ich sag nur die Fassade und nicht die Arbeit dahinter. Deshalb bin ich dir so dankbar, dass du die Fassade geöffnet hast. Hoffentlich schaffen wir es beide in eine „diätfreie“ Zukunft zu gehen, das wird verdammt anstrengend, denn Diäten sind so verführerisch. Auf ein Leben ohne Hunger und ohne Kalorienzählen!

  • Dein Post spricht mir ein bisschen aus der Seele. Ich habe diesen Sommer, mitten in der Diät, ähnliche Gedanken gehabt wie du. Vor etwas über einem Jahr habe ich auch eine Ernährungsumstellung gemacht: Gesünder, frischer, mehr Gemüse, weniger Naschereien oder verarbeitetes. Trotzdem hin und wieder Pizza, Burger oder ähnliches. Gleichzeitig habe ich mit Sport (hauptsächlich Krafttraining) angefangen. Das erste Mal in meinem Leben und zieh es bis heute 4 mal pro Woche durch. Dann habe ich im Februar mit einer Diät angefangen, so richtig mit Kalorien zählen, Bewegung hochgeschraubt und dann fing der Schlamassel erst richtig an. Ich hab mich richtig unter Druck gesetzt weil ich unbedingt bis zu einem bestimmten Zeitpunkt Gewicht X haben wollte. Mir gings in der Zeit echt nicht gut, obwohl ich nicht extrem gehungert habe und der Sport mir weiterhin Spaß gemacht hat. Ende Juni hab ich die Diät dann abgebrochen und mittlerweile weiß ich auch wieso es mir nicht so gut ging: Es war der Druck, dem ich mich selbst ausgesetzt habe. Ich wollte durchtrainiert und extrem schlank sein und so wie du einem nur schwer erreichbaren Ideal hinterherrennen. Das hat mich mit der Zeit so frustriert dass ich mich gefragt habe, wofür ich das eigentlich mache und jetzt bin ich an einem Punkt, an dem ich lernen will mich so zu mögen wie ich bin, auch wenn ich fast 10kg mehr habe als ich vor 10 Jahren mit Anfang 20 noch hatte.
    Der Sport und die gesündere Ernährung tun mir weiterhin gut und das will ich beibehalten. Ich habe nur keine Lust mehr aufs Kalorienzählen, will auch zwischendurch wenn ich Hunger verspüre etwas essen ohne schlechtes Gewissen und wenn ich meine 10.000 Schritte oder meine Sporteinheit mal nicht schaffe, dann soll das kein Weltuntergang mehr für mich sein.
    Ich bin sehr gespannt wie es auf deinem Blog hier weitergeht und verfolge auf jeden Fall weiterhin deine Beiträge 🙂
    Liebe Grüße, Steffi

  • Liebe Carina,
    Jetzt muss ich mich outen als jemand der diesen Blog nur abonniert hat weil ich deine andere Plattform sehr mag und deinen Schreibstil schätze. Ich bin kein Sport oder Diättyp.
    Super wenn du nur eine Weltreise gebraucht hast um davon wegzukommen. Ganz ehrlich das ist es doch auch nicht wert. Die ganze Zeit und Qual nur um ein paar Kilo weniger zu haben! Die deutsche Durchschnittskleidergrösse ist 42!
    Geniess was das Leben dir bietet, deine Umwelt wird dich noch viel lieber mögen wenn sie mehr von dir haben .
    Also, Hurra!

  • Hammer !!! Super Blogeintrag! Du hast genau die Worte getroffen …jetzt gibt es nur das klitzekleine Problem, das es auch in meinem Kopf ankommen muss😉. Aber ich versuche es weiter…! LG Katharina

  • Puuuh … dein Post liest sich sehr nach der „Das Gewicht ist genetisch“-Kram der amerikanischen Fett-Acceptance-Bewegung, die meint, jeder Körper hätte einen gewichtsmäßigen Setpoint, und der könne auch bei 300 kg liegen (da hätte das eigene Essverhalten gar nichts mit zu tun, alles genetisch!)

    Ich hoffe, du nimmst dir meine folgenden Worte nicht übel – ich kämpfe selbst mit meiner Ernährung (nicht, weil ich dünn sein will, sondern weil ich zu ungesund esse und selbst merke, dass mir das nicht gut tut), ich bin sicher kein Gesundheitspapst, nicht dünn, finde viele Körperformen ästhetisch und habe noch nie eine klassische Diät gemacht. Ich finde aber, dass deine Argumentation in eine schwierige Richtung geht.

    Ich meine, du schreibst in einem Satz, du würdest nie eine Gr. 36 tragen können (Diäten funktionieren nicht) und im nächsten „Das geht doch, aber nur mit eisernem Wissen“ (Diäten funktionieren).

    Das Problem ist: Die Genetik ist unschuldig an den Fettpolstern. Die Genetik ist dafür zuständig, WO das Fett sitzt (bei dir wohl mehr an den Beinen? Bei mir vor allem am Bauch) – aber für die Fettpolster selbst sind leider nur die Essgewohnheiten verantwortlich. Es gibt genetische Unterschiede, aber die machen deutlich weniger aus als z.B. eine unterschiedliche Körpergröße (Wer 1,50 m groß ist, kann leider nur deutlich weniger essen als eine gleichaltrige, gleichgeschlechtliche, gleich sportliche und gleich schwere Person, die 1,70 m groß ist – Pech gehabt …)

    Die eiserne Disziplin brauchen manche Menschen (und andere nicht), weil Essen ja nicht nur vom Hunger gesteuert ist, sondern auch vom Appetit. Und Essen für viele so bedeutsam ist – Essen bedeutet Belohnung, Trost, Genuss … und unser Geschmack wird bereits im Mutterleib geprägt.
    Du schreibst „Diäten funktionieren nicht, Ernährungsumstellung ist nur ein anderes Wort für Diät, funktioniert also auch nicht“ – diese Aussage ist pauschal schlicht falsch. Diäten funktionieren so lange, wie man sich daran hält – man darf nur nicht glauben, nach der Diät käme der Punkt, an dem die jahrzehntelang antrainierten Ess- und Lebensgewohnheiten abfallen und man den gleichen Genug an Karottenscheiben empfindet wie früher an Keksen. Manchen Menschen ist dieses Glück beschert – den meisten aber wohl nicht.
    Ich vermute, es ist mit ungesunder Ernährung wie mit Süchten: Es wird immer die Ex-Raucher geben, die ihr Leben lang das Verlangen nach Kippen haben werden – aber das heißt nicht, dass die Zigarettensucht genetisch ist und aufhören zwecklos.

    Zu sagen „Fettpolster sind nunmal genetisch“ halte ich für höchst gefährlich und eine deutlich gefährlichere Gehirnwäsche als den Diätwahnsinn – denn es suggeriert, dass eine Veränderung des eigenen Körpers nicht möglich ist.
    Versteh mich nicht falsch, ich finde auch dicke Menschen attraktiv (und dicke Männer sogar attraktiver als dünne), aber Übergewicht kann nunmal zu gesundheitlichen Problemen führen und Übergewicht tötet in unseren Breitengraden in extremem Maße mehr Menschen als es durch Hungern passiert. So traurig es auch ist, wenn Menschen an Magersucht sterben – im Gegensatz zu den Massen an Menschen, die viel zu früh an gewichtsbedingten Herz-Kreislauf-Krankheiten sterben, sind das Einzelfälle 🙁 (und auch andere Übergewichtskrankheiten wie Diabetes Typ 2 sind leider wirklich keine Kinkerlitzchen …)
    Bedenke bitte: Sätze wie „Diäten sind sinnlos“ mag richtig sein für einen Menschen im gesunden Gewichtsbereich, dem es nur um Größe 36 und den schicken flachen Bauch geht – aber für Menschen, die Übergewichtsbeschwerden wie Diabetes Typ 2 haben, Inkontinenz (ist eine Bekannte von mir beim Abnehmen gerade losgeworden – war rein übergewichtsbedingt), Gelenkbeschwerden bis hin zu ständigen Schmerzen beim Laufen etc., Bluthochdruck – für diese Menschen sind Diäten alles andere als sinnlos, sondern können die Lebensqualität verbessern und sogar Leben retten. Auch diese Menschen lesen Sätze wie „Diäten sind sinnlos“ und „Gewicht ist doch genetisch“.

    Man muss einen Mittelweg finden. Natürlich ist es nicht gesund, sich nur noch auf gesunde Ernährung zu fixieren und sich jeden Genuss zu verwehren – aber ebenso schlecht ist es, sich zu sagen „Ist doch eh alles genetisch“ und überhaupt nicht mehr auf maßvolles Essen und gesunde Ernährung zu achten und jeden Versuch, gesund zu leben, nur noch als Indoktrination der Abnehmindustrie zu betrachten.

    Schön fände ich, wenn du hier nach deinem Mittelweg suchen würdest – vielleicht Sport mal nicht als Zwang für den Kalorienverbrauch betrachtest, sondern rein nach dem Fun-Faktor mal lauter Sportarten ausprobieren würdest, ob du eine darunter findest, die du als Belohnung und nicht als Pflicht ansehen kannst (mich macht z.B. Tanzen unfassbar glücklich – das betrachte ich gar nicht als Sport, egal wie sehr ich dabei ins Schwitzen komme). Als Großstädterin müsstest du doch echt viele abgefahrene Sachen testen können (von denen ich als Landei nur träumen kann) – vielleicht hast du ja irgendwann man Lust drauf? Surfen oder tauchen hast du ja auch nicht getestet, weil du mehr Fitness auf deiner Reise wolltest, nehme ich an … 😉

    Ebenso mit Rezepten: Ich fände es toll, wenn du sowohl Schlemmer-Rezepte teilen würdest als auch leichte Rezepte – wonach dir eben gerade ist. Beides ist wichtig.

    Es kann hart sein, diesen Mittelweg zu finden – ich bin aber sicher, dass es sich lohnt, ihn zu suchen, um auf Dauer glücklich UND gesund zu bleiben bzw. zu werden.

    Ich wünsche dir von Herzen, dass du deinen Weg findest und bei einem Essverhalten ankommst, bei dem du dir nichts verwehren musst und nicht ständig drüber nachdenken musst, das dich aber dennoch fit hält.

  • Liebe Carina,

    wow, finde das unglaublich mutig deine Entscheidung mitzuteilen und habe echt Respekt davor, dass du dich aus deiner Perspektive dazu entschlossen hast!
    Ich kann ein bisschen mitreden…ich habe vor ca. 7 Jahren noch 94Kg gewogen (Größe: 1,68cm). Ich habe mit WeightWatchers angefangen abzunehmen. Irgendwann bin ich aufs Kalorien-zählen umgeswitched, was für mich bis heute wunderbar funktioniert. Ich habe innerhalb von 3 Jahren 35 Kg abgenommen und halte mein Gewicht von gut 60kg seit 4 Jahren. Es ist nicht jedermanns Sache, aber mir persönlich ist es in Fleisch und Blut übergegangen. Ich notiere mir nichts; überschlage meine Kalorienbilanz im Kopf. Sport und tägliche Schritte rechne ich nicht mit ein. Bin ich viel gelaufen oder habe Sport gemacht: super. Wenn nicht, dann halt nicht. Ich esse dann nicht mehr/weniger. Aber jetzt kommt das wichtigste: Ich verzichte auf NICHTS! Ich esse ALLES! Passt es nicht in die Tagesbilanz, esse ich halt am nächsten Tag ein bisschen „weniger“, also kalorienärmer. Dass man, um schlank zu bleiben, nicht mehr essen darf als man verbraucht ist für mich keine ‚Lebensumstellung‘ sondern reiner logischer Menschenverstand und nur so funktioniert es für mich.
    In den Punkten dass Diäten völliger Schwachsinn sind, dass Frauen ständig auf ihre Figur reduziert werden und dass man Verzicht niemals lange durch hält (vor allem nicht in Stresssituationen) bin ich völlig bei dir!!! Allerdings glaube ich nicht, dass die Genetik eine rolle spielt. Für mich sind das immer Ausreden 😐 Es mag sein, dass es bei dem einen schneller geht als beim anderen, aber das ist dann eher vom Stoffwechsel abhängig. Auf keinen Fall ist jemand genetisch ‚dick‘!
    Mit meinem Kommentar möchte ich dich auf keinen Fall verurteilen, ich habe -im Gegenteil- riesen Respekt vor deiner Leistung, die du geschildert hast!!! Aber vielleicht motiviert es dich, nicht aufzugeben. Wichtig ist nur, dass sich jeder wohlfühlt wie er ist und wenn du das tust, dann kann man dir wirklich nur gratulieren (keine Ironie!) Wie du schon geschrieben hast, das tun wirklich die wenigsten und dabei ist es doch das wichtigste!
    Ich wünsche dir viel Kraft, deinen Mut für deine Entscheidung beizubehalten und einen Sch… darauf zu geben, was andere denken.
    Liebe Grüße und alles Gute!
    Daisy

  • Am Ende hat es meiner Meinung nach gar nicht oder zumindest nicht primär was mit Ernährung zu tun, sondern ist „nur“ einer von vielen Teilen eines NOCH grundlegenderen, strukturellen, soziokulturellen Problems: SEXISMUS. Männern gesteht unsere Gesellschaft ihren Wert grundsätzlich erst mal bedingungslos zu, bzw. sie dürfen ihn im Laufe ihres Lebens durch Leistung erweisen. Der Wert einer Frau aber hat eine conditio sine qua non: ihre Schönheit.

    Ich bin dick, und ich habe (ungeachtet meines auch nach allgemeinen Maßstäben durchaus hübschen Gesichtes und meines sehr dichten, langen Haares) schon mehrfach so Aussagen gehört wie „Du mußt aber echt kompetent sein, so wie Du aussiehst…“, und ich habe andererseits sehr attraktive Bekannte, deren ständiges Problem ist, daß man sie für dumm hält. All das sind Muster die keinem meiner männlichen Bekannten und Freunde jemals begegnet sind. Und die Liste an Beispielen für den absolut sexistischen Charakter von diet culture ließe sich beliebig fortführen.

    Wobei ich die Formulierung, die Gesellschaft würde einem das „einreden“, eigentlich nicht so glücklich finde. Das klingt zum einen irgendwie viel zu individuell, persönlich und zugewandt, und zum anderen auch auf eine zu validierte Art normativ. Dabei ist der Punkt ja gerade, daß eben keine persönliche Adressierung oder Zugewandtheit gegeben ist, sondern nicht mehr als das schiere, unhinterfragte Funktionieren. Und ja, diese Herabwürdigung mag normativ sein, aber validiert ist sie nicht, im Gegenteil – (fast) Jeder weist sie gaaanz weit von sich. Was natürlich wiederum eine ziemliche Doppelmoral darstellt, denn de facto ist eben jene Herabwürdigung ja geradezu das Metronom zu dessen Taktschlägen unsere westliche Welt sich tagein tagaus annähernd unreflektiert dreht und weiterdreht. Und wer sich außerhalb dieses Taktes bewegt, läuft Gefahr – um in der Metapher zu bleiben – unter dem sich drehenden Rad auf die eine oder andere Art zermahlen zu werden…

    Das ist das eine. Das andere ist, daß unsere Gesellschaft halt einfach visuell fixiert ist. Bis zu einem gewissen Grad ist eine visuelle Orientierung natürlich auch vollkommen normal und zwangsläufig, das ist ganz klar. Aber, wie gesagt, ich empfinde das mittlerweile als manische Fixierung. Wenn ich mir Fernsehserien aus den 80ern oder selbst noch 90ern anschaue (gerade auch europäische, nicht amerikanische), dann sind da nicht nur alle Menschen „dicker“, weil sich das Schönheitsideal geändert hat (das ist ja eh ein alter Hut), sondern die Akteure sind v.a. auch viel gemischter, was ihre Schönheit oder „Hässlichkeit“ betrifft, als das heutzutage noch der Fall ist. Und daß das, was als häßlich oder unattraktiv angesehen wird, in einer gesamtgesellschaftlich immer potemkinscher werdenden Wahrnehmung des Individuums einen immer größeren Makel, ja geradezu ein Stigma darstellt, ist auf eine bizarre Art leider nur allzu folgerichtig.

    Ich kann echt nicht mehr hören daß ich einen ungesunden, die Solidargemeinschaft belastenden Lebensstil „propagiere“, wenn ich MAL (ich wage es ja eh selten genug) irgendwo ein Ganzkörperfoto von mir poste. Manchmal ist ein Foto einfach nur ein Foto – und keine Werbung für Adipositas… Allein solche Äußerungen und deren Häufung zeigen schon daß die Gesellschaft mittlerweile in einem geradezu fiebrigen Schönheitswahn steckt, von dem geheilt zu werden ich sowohl für sie als ganzes, als auch für mich ganz subjektiv, mir sehr, sehr, sehr wünschen würde! Der Punkt ist nämlich, es gibt tausend Arten sich ungesund zu verhalten, und sie alle sind gesellschaftlich toleriert – außer (Gott bewahre) sie sind sichtbar!!! Du kannst Alkohol oder Drogen mißbrauchen, Du kannst Extremsport betreiben bis Dein Körper sich verabschiedet, Du kannst Dich krank arbeiten, und und und…; ist alles ok, kann man für alles Verständnis haben. Klar, belastet auch die Solidargemeinschaft, aber hey, dafür ist sie ja da, nicht wahr?! Aber nicht dafür die Folgen Deiner Hässlichkeit zu tragen, und Deiner Dreistigkeit Dich ihrer nicht mal zu schämen…

    Ich hab Leute immer bewundert, die es geschafft haben abzunehmen; und mich immer auch für sie gefreut, denn ich weiß nunmal aus eigener Erfahrung wie schwer das ist und welche Opfer es erfordert, und ich dachte mir immer, wenn das das ist, was Ihr wolltet, denn Respekt und Glückwunsch! Bis zu einem gewissen Grad fand und finde ich es auch interessant und relevant, wenn diese ihre Erfahrungen dann auf social media mit der Welt teilen.

    ABER – ich bin auch schon seit langer, langer Zeit der Meinung (und offen gestanden war das auch mein Gedanke als Du einpummelwirdfit gestartet hast), daß das was die Welt braucht, nicht ein Beauty- oder sonstwas-Blogger mehr ist, der jetzt einen auf Weightloss macht, sondern ein Beauty oder sonstwas-Blogger mehr, der sich jetzt auch für Bodypositivity einsetzt. Nicht einen mehr, der Dir erklärt, daß Du auf ne halbe Stunde zwei Kalorien mehr verbrennst wenn Du stehst als wenn Du sitzt, sondern einen mehr der propagiert daß der Wert eines Menschen sich an vielem legitim bemessen mag, aber ganz gewiß nicht an seinem Aussehen.

    Und was die Komplimente betrifft – ich erlebe das natürlich auch, daß die sich in Phasen niedrigeren Gewichtes sehr häufen. Und ich will ganz offensiv sagen, daß ich nicht verkenne, daß das freundlich gemeint ist. Schon viel, viel länger aber als es Begriffe wie diet culture gibt, bleibt mir die Freude darüber jedes Mal wieder im Halse stecken, weil meine Intuition dazu einfach ganz unwillkürlich schon immer war „ja ok, danke und so, aber eigentlich bin ich doch jetzt auch kein anderer Mensch“, oder „bedeutet das im Umkehrschluß daß Du mir bisher nur höflichkeitshalber vorenthalten hast, wie abstoßend Du meinen Anblick fandest?“, oder auch „wir sehen uns nur alle 10 Jahre mal, wieso kommentierst Du meinen Körper?“, und dergleichen mehr. Das hat mir insofern also ehrlich gesagt eh nie was gegeben; dazu waren mir Aussagen dieser Art schon immer zu konkludent vergiftet.

  • Liebe Carina,
    in all den Jahren, die ich deinem Blog nun schon folge, habe ich nur ein einziges mal einen deiner Posts kommentiert. Ich weiß nicht mehr, um was es dabei genau ging, aber ich schrieb dir, dass du mir bei dem Thema Ernährung & Sport sehr verbissen erscheinst und dass ich aus eigener Erfahrung weiß, dass das nicht gut gehen kann. Ich selber habe einen Weg hinter mir, der deinem ziemlich ähnlich ist. Ich habe mit einer Ernährungsumstellung über 60 Kilo abgenommen und viele Tage davon hatte ich einfach nur HUNGER. Und Kopfschmerzen, Schwindel, dauernde Kälte in meinem Knochen. Mein Tag war nur bestimmt von Gedanken rund um Ernährung und Essen. Und wie unzufrieden ich trotzdem(!) mit mir war und wie frustrierend das alles ist. Wann bin ich denn endlich am Ziel? Wann bin ich fertig? Wenn ich nur dünnere Beine hätte, dann wäre mein Leben perfekt, oder?!
    Ich denke, das alles und dass ich überhaupt ein so hohes Gewicht hatte, sind Folgen einer gestörten Einstellung zum Essen und diese wird mich in ihren Extremen ein Leben lang begleiten. Ich beneide jeden Menschen, der von Grund auf intuitiv isst und im Reinen mit seiner Ernährung ist. Deswegen folge ich dir gern weiter auf deiner Reise, auch zu dem Thema.

    Bis heute bin ich froh, dass ich mein Essverhalten damals verändert habe, aber ich wünsche meinem früheren Ich einfach viel mehr Gelassenheit. Und Nachsicht mit sich selbst. Diese verbissene, ungesunde Einstellung zum Essen und dem eigenen Körper sehe ich heute in so vielen anderen Frauen. Um mich herum, im Internet, in allen Zeitschriften und in vielen Büchern und Ratschlägen. Das macht mich so traurig, denn wir könnten all die Energie in so viel Wichtigeres investieren und tolle Sachen schaffen!!! Am liebsten würde ich jede Frau, die sich wieder stundenlang über ihren Körper beklagt, einmal an den Schultern rütteln.

    Ich habe nie nachgeschaut, ob du den Kommentar freigeschaltet oder ihn beantwortet hast, weil ich so traurig und auch wütend darüber war, dass jemand, den ich so toll fand, auch in diese „Schiene“ gerutscht war.
    Umso toller finde ich deinen Beitrag heute! WOW! Wenn du jemals das Gefühl hattest, ein Schmetterling geworden zu sein (das Gefühl bekam ich irgendwann, als ich so viele Komplimente usw. für meine neue Figur erhielt): Heute hast du deine Flügel ausgebreitet und eine echte Transformation gemacht 😉
    Vielleicht ist es ja das Alter oder die Weisheit oder vielleicht sind es auch die vielen Gespräche mit anderen Frauen und die Erkenntnis, dass man nicht allein ist, aber bei mir hat es auch irgendwann KLICK gemacht. Ja, ich könnte jetzt wieder ein paar Kilo abnehmen, aber wenn es gerade nicht passt: im Leben gibt es Wichtigeres und Tolleres, als perfekt zu sein. Einen gesunden Körper zu haben, der uns (in deinem Fall gerade besonders) durch die Welt trägt und uns jeden Tag atmen, lieben und staunend herumlaufen lässt, ist so viel wertvoller, als eine Kleidergröße 36.
    Klar hätte ich gerne wieder Kleidergröße 36, aber ich bin auch mit einer 40 nicht unzufriedener. Und ich esse gern mit Freunden ohne schlechtes Gewissen im Restaurant, ich trinke gern Erdbeermilch, ich lasse mich von einer Tafel Schokolade trösten, wenn es mal sein muss. Das heißt nicht, dass ich nicht an mir arbeiten will oder muss.

    Ich bin sehr stolz auf dich, auch wenn wir uns gar nicht kennen. Bitte lass dir von niemandem einreden, dass diese Einstellung etwas mit Faulheit oder ähnlichem zu tun hat. Oder du Fehler gemacht und es nicht richtig durchgezogen hast. Jeder Mensch geht einen eigenen Weg und muss eine eigene Wahrheit finden.
    Fühlt dich einmal gedrückt und noch viel Spaß auf deiner Reise und den vielen kulinarischen Köstlichkeiten!

  • Ich stimme dir sowas von zu 👍! Ich habe diese Tortur seit fast 30 Jahren mitgemacht. Dieses Jahr waren wir in den USA. Ich habe mir alles gegönnt, aber mich auch jeden Tag super viel bewegt. Eine Waage( auf die ich sonst mehrmals täglich gestiegen bin) hatte ich natürlich nicht dabei. Ich fühlte mir die ganze Zeit über wohl in meiner Haut. Als ich wieder zu Hause war, stellte ich mich nackt vor den Spiegel und war hochzufrieden mit dem was sah. Dann bin ich voll Euphorie auf die Waage gestanden – und die sagte „ne – du siehst absolut nicht gut aus“! Ich war sofort absolut deprimiert und sauer auf mich. Das hat allerdings nicht lang angehalten – dann wurde ich sauer auf die Waage und auf die Scheisse, die ich seit Jahren mitmache. Seitdem habe ich mich nicht mehr gewogen – und auch in Zukunft habe ich das nicht mehr vor. Ist sehr befreiend 😃

  • Hey

    Zunächst freut es mich natürlich, dass es dir jetzt besser geht. Ich finde es aber sehr kritisch zu betrachten jetzt wieder ins andere extrem umzuschlagen? Eine Ernährungsumstellung im Sinne einer gesunden und ausgewogenen Ernährung ist keine Diät und es ist nun mal auch so, dass stärkeres Übergewicht nicht gesund ist. (Bluthochdruck usw.) egal was man ästhetisch davon hält. Ich finde es sehr schade, dass du deine ganzen 3 Jahre nun total ins schlechte Licht rückst, ich habe die Beiträge gerne gelesen und viele tolle Rezept Ideen von dir bekommen. Sport ist ein wichtiger Punkt im Leben, ich sehe immer wieder bei Patienten ( ich bin physio), dass wenn sie Sport anfangen zu machen die Rückenschmerzen usw. Rückläufig sind. Auch einen Punkt den du noch vor der Weltreise als positiv angeführt hast. Was ist jetzt damit? Zurück auf die Couch und nichts mehr für den Körper tun? Weil dir Medien es dir „vorgaukeln“, dass das gut ist?

    Ich wünsche dir natürlich alles gute und noch viel Spaß auf der Weltreise

    Jenny

    PS: es ist absichtlich provokativ geschrieben, auf gar keinen Fall böse gemeint

  • Ein ganz ganz toller Post und du hast völlig recht.
    Ich bewunderer dich für deinen Mut, alleine die Welt zu bereisen und ich finde, du siehst fantastisch aus und strahlst ganz wunderbar von innen.
    Ganz liebe Grüße

  • Coll ich verfolge dich jetzt schon eine Weile. Finde toll wie du bist. Bin durch Zufall an dich gelangt. Wollte nur sagen bleib wie du bist LG Drea

  • Ein Artikel wie ein Befreiungsschlag, ich gratuliere Dir, dass Du Dich wieder gefunden hast. Ich finde Äußerlichkeiten sind viel zu wichtig zurzeit und zählt viel zu wenig die Person selbst.

  • Liebe Carina! Erstmal Hut ab für den Post! Ich finde, dass sich gerade – zum Glück-, alles wandelt und es ist immer mehr Frauen gibt, die den ganzen Wahn anprangern! Ich erkenne mich gerade etwas in dich wieder; auch wenn ich die Disziplin etwa ein Jahr nur durchhielt und immer wieder phasenweise, wenn ich ‚über die Stränge geschlagen‘ hatte.
    Ich bin noch etwas entfernt davon vernünftig zu essen und ich finde es extrem wie viele Frauen so denken!
    Mein Versuch intuitiv zu essen, klappt. Sobald ich allerdings Süßigkeiten im Haus habe, ist alles hinüber und ich schaffe es wirklich eine Schachtel/Tüte usw alleine zu leeren. Es ist, als hätte ich Angst, dass mir etwas entgehen würde. Ich denke bei Ernährung prägt die Kindheit auch sehr!
    Zumindest bin ich froh, dass ich ansonsten normaler esse und mir keinen Kopf mehr mache. Ebenso bei Sport: ich mache gerne Sport bei Stress um abzubauen, aber ansonsten ist es für mich immer ein Weg gewesen zu viel Essen gegenzusteuern. Mittlerweile bin ich so weit, dass ich nur zum Sport gehe, wenn ich möchte oder es psychisch brauche und siehe da, die Welt geht nicht unter und mir geht’s auch mit einem bisschen mehr auf den Hüften gut! Ich bin gespannt was sich hier demnächst tut und begrüße es!

  • Hallo Carina

    Ich verfolge dich schon einige Zeit, da ich wie du immer am Kämpfen bin. Leider mache ich mir auch immer ein schlechtes Gewissen und dann bin ich enttäuscht von mir.

    Du sprichst mir aus der Seele, ich habe deinen Eintrag einigen Freundinnen geschickt.
    Sie sagten, das sich niemand so fühlen sollte und du auf die Gesellschaft pfeifen sollt.

    Es ist nicht einfach, aber ich denke das viele Nachdenken über alles macht es nur schlimmer.
    Als Kind haben wir noch auf unseren Körper gehört und nur das gegessen worauf wie Lust hatten und aufgehört wenn wir genug hatte, ich denke zu dem sollten wir zurück.

    Ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem neuen Weg.

  • Ich finde es übrigens schade, dass du glaubst, du hättest hier „Diätgehirnwäsche“ propagiert. Du hast du gesunder Ernährung und Sport geschrieben – du hast nirgends propagiert, dass Frauen nur schlank etwas wert wären oder dass du glaubst, selbst nur schlank etwas wert zu sein. Du hast nirgends geschrieben, dass eine schlanke Figur wichtiger sei als andere Dinge. Du hast nirgends geschrieben, dass Wichtigste an einer Frau sei ihr Aussehen, und das kam auch an keiner Stelle dieses Blogs so rüber!

    Natürlich ging es auf diesem Blog um gesunde Ernährung und Fitness – aber das heißt doch ebenso wenig, „Diätgehirnwäsche“ zu betreiben wie das Schreiben eines Beautyblogs heißt, zu propagieren, das einzig Wichtige an einer Frau sei ihr Aussehen oder wie das Schreiben eines Science-Blogs heißt, zu propagieren, Frauen dürften keinen Spaß an Mode und Make-Up haben.

    Wenn du sagst, dir tut die Beschäftigung mit diesen Themen nicht mehr gut, weil du zu sehr zu Extremen neigst, dann ist es sicher besser für dich, das so nicht fortzuführen.

    Aber ansonsten sei bitte nicht zu hart zu dir – auch wenn du selbst in ein falsches Essverhalten gerutscht bist, hast du das hier an keiner Stelle „propagiert“.

    Alles Gute dir!

  • Von Herzen Danke für diese Worte! Ich folge dir schon lange und hab dich als „Pummel“ geliebt! Das mit der Lebensumstellung hab ich nie verstanden, aber akzeptiert! Für deine Worte heute feiere ich dich! Großartig! Und wundervoll, dass dir die Reise den Weg zu dir gezeigt hat! Du bist großartig! 😘

  • Ich wünsche dir – und allen Frauen denen es ähnlich ergeht, die in Diäten, Fitnessvideos und schlechtem Gewissen gefangen sind – einen „Ausbruch“ und ein natürliches, unbefangenes Vertrauen zum eigenen Körper.

    Wir müssen aufhören, uns nur über das Aussehen zu definieren. Du machst mit deiner Weltreise einen riesigen Schritt, bist mutig und gehst an deine Grenzen. Davor ziehe ich den Hut. Und nicht vor irgendwelchen Kilos, die du verlierst.

    Ich wünsche mir, wir Erwachsenen würde uns die Unbekümmertheit der Kinder was Essen, Bewegung, Freude & Freundschaften betrifft, bewahren können …

    Ich drücke dir die Daumen und finde deinen Beitrag bemerkenswert.

  • Hallo Karina,
    was ein unfassbar starker Post!
    Es ist so sympathisch deinen Weg mitzuverfolgen. Ich hoffe ganz stark, dass du dir diese Einstellung in „good old Germany“ nicht wieder nehmen lässt.
    Wir sollten uns endlich wieder mit den wichtigen Dingen des Lebens beschäftigen, statt und vor lauter Wohlstand in Oberflächlichkeiten zu verlieren.
    Noch ganz viel Spaß bei deiner Reise.
    Liebe Grüße aus Germering,
    Janine