Meine 4 gescheiterten Diäten – Was ich daraus lernte

Meine gescheiterten Diäten – Diese 4 habe ich ausprobiert und deshalb haben sie nicht funktioniert!

 

Rund 82 % aller Deutschen machten in den vergangenen zwei Jahren eine Diät (Quelle) und keine Frauenzeitschrift ist komplett ohne die neueste „5 kg in 7 Tagen abnehmen mit DIESEM einen Trick“ Diät. Ein schlanker Körper ist die Obsession der modernen Gesellschaft. Als pummeliges Kind war ich prädestiniert für eine steile Diät-Karriere. Seit ich denken kann kämpfe ich gegen mein Gewicht und habe zahlreiche verschiedene Diäten ausprobiert. Oh Wunder: Alle sind gescheitert und mein Gewicht schwankte konstant von 65-100 kg.

 

gescheiterte Diäten

 

Gescheiterte Diäten: Weight Watchers

Als ich 16 Jahre alt war, habe ich zusammen mit meinen Eltern über mehrere Monate mit Weight Watchers abgenommen. Das Prinzip ist denkbar simpel: Man hat je nach Größe, Gewicht und Alter eine bestimmte Anzahl Punkte, die man für Essen „ausgeben“ darf. So kann man sich frei einteilen, ob man seine Punkte für Schokolade oder Gemüse ausgibt, solange man sein Punktekonto nicht überschreitet.

Das Prinzip ist nichts anderes, als Kalorien mit Punkten auszutauschen. Lebensmittel erhalten statt einer Kalorienangabe einen Punktewert und man muss zum Abnehmen ein Kalorien- / Punktedefizit kreieren.

Als ich mit Weight Watchers anfing wog ich um die 85 kg und habe über mehrere Monate insgesamt etwa 20 Kilogramm abgenommen. Dabei haben meine Eltern und ich aus einem Weight Watchers Kochbuch gekocht und uns an unsere Punkte gehalten. Zu den Treffen gingen wir damals nicht! Kaum hatte ich mein Zielgewicht erreicht, habe ich mit der Diät aufgehört und über die kommenden 2 Jahre wieder 35 kg zugenommen.

Meine Probleme mit der Weight Watchers Diät:

  • Egal ob ich hungrig war, oder nicht, am Ende des Tages habe ich alle meine übrigen Punkte aufgebraucht
  • Nach ein paar Wochen Herumprobieren aß ich nur noch meine 3 einseitigen Lieblingsgerichte (Tomaten Mozzarella Toast, Pita Brot mit Joghurt, Cappuccino mit Amaretti)
  • Nichts für Kontrollzwang-Anfällige, da gezählt wird

 

 

Gescheiterte Diäten: FDH – Friss die Hälfte

Selbsterklärend – bei FDH soll man so weiteressen, wie bisher, aber die Portionen halbieren. Über die Jahre versuchte ich es immer wieder mit dieser Methode, wenn ich mich besonders schlecht in meiner Haut fühlte. Meistens nahm ich mir an einem Sonntag voller Schlemmereien und 2 Tafeln Schokolade vor, ab Montag nur noch die Hälfte zu essen.

Meine Probleme mit der FDH Diät:

  • Könnt ihr euch vorstellen, oder? 1-2 Tage schaffte ich es meistens, weniger zu essen, bis dann der höllische Heißhunger einsetzte. Mein Körper war auf den Kalorienentzug nicht gefasst und nach 48 Stunden aß ich noch mehr als zuvor. Ein Teufelskreis!

 

 

Di·ä̱t

Substantiv [die]

eine bestimmte Art der Ernährung

„Diät halten/verordnet bekommen“

 

 

Gescheiterte Diäten: Kohlsuppendiät

Bei dieser Crashdiät wird über einen bestimmten Zeitraum ausschließlich Kohlsuppe gegessen. Andere Lebensmittel sind nicht erlaubt, aber von der Suppe darf man so viel essen, wie man möchte. Die Kohlsuppendiät verspricht dabei phänomenale 5-8 kg Abnahme pro Woche! Auch mit meinen Eltern habe ich mich an die widerliche, gräuliche Suppe herangewagt. Am Wochenende wurde ein riesiger Topf Suppe mit Kohl, Karotten und Gewürzen vorgekocht und diese gab es aufgewärmt zum Frühstück, Mittag- und Abendessen.

Meine Probleme mit der Kohlsuppen Diät:

  • Extrem einseitig – hier fehlen Vitamine, Eiweiß, Fette … einfach alles!
  • Es geht nur darum, den Magen zu füllen und dem Körper ein Sättigungsgefühl vorzugaukeln
  • Kann auf die Dauer gesundheitsschädigend sein und zu einem schwachen Immunsystem führen

 

gescheiterte Diäten

 

Gescheiterte Diäten: Schokoladenverzicht

Schokolade war meine große Schwäche. Ich habe täglich mindestens eine Tafel Schokolade verputzt und hatte völlig die Kontrolle verloren. Um abzunehmen war deshalb meine „logische“ Konsequenz, mir Schokolade komplett zu verbieten. Mit komplett meine ich KOMPLETT – Ich aß nichts, das Kakao oder Kakaobutter enthielt. Natürlich keine schokoladigen Kinderriegel und Konsorten, aber auch nichts was nur mit Kakaopulver in Berührung kam (Cappuccino Getränke, Tiramisu etc.). Das hielt ich zu 100 % über 4 Jahre durch. 4 Jahre …

Meine Probleme mit der Komplettverzicht Diät:

  • Statt Schokolade suchte ich mir Ersatzbefriedigung, wie Gummibärchen oder Caramac. Ich dachte, das sei besser als Schokolade und ich aß automatisch mehr davon
  • Natürlich konnte ich an nichts anderes denken, als an Schokolade und war regelrecht besessen
  • Nach anfänglicher leichter Abnahme nahm ich wieder zu, da ich die fehlende Schokolade mit anderen Süßigkeiten kompensierte

 

Das absolut Irrwitzige: Seitdem ich mir Schokolade wieder „erlaube“ habe ich kaum noch Lust darauf!

 

 

Mein Fazit zu Diäten:

Eine einseitige Ernährungsweise schadet dem Körper auf lange Sicht und führt im besten Fall zu kurzfristigen Erfolgen – im schlimmsten Fall zu Essstörungen.

Eine ausgewogene Ernährungsweise ist der richtige Weg zu einem gesunden und kräftigen Körper.

Mein Mantra für langfristige gesunde Ernährung:

 

Iss vollwertiges Essen, das deine Großmutter als Lebensmittel erkennen würde. Von allem ein bisschen, von nichts zu viel. Der Grundstein der Ernährung ist Obst und Gemüse.

 

Seit meiner Lebensumstellung vor 5 Jahren habe ich keine Diät mehr gemacht. Durch gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung habe ich nachhaltig Körperfett abgebaut, fühle mich fit und war seitdem nicht einen Tag krank! Wenn ich Schokolade will, esse ich ein Stück. Solange der Großteil meiner Ernährung aus selbstgekochten, vollwertigen Gerichten besteht, bleibt mein Gewicht konstant.

 

Welche Diäten habt ihr ausprobiert?

Was hat bei euch funktioniert, woran seid ihr gescheitert?

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23 Comments

  • Super spannender Artikel! Ich hab von dem auch alles durch (und auch verschiedene Eiweiß-Shakes) und bin immer gescheitert… Es hilft halt langfristig nur eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung…
    Liebe Grüße!

  • Ich war nie übergewichtig aber nachdem ich zu Beginn meines Studiums mit dem imensen Pensum völlig überfordert war, habe ich meine Kochaufwand gering halten wollen. Das führte zu einer Fertiggericht Ernährung unter der Woche und höchstens am Wochende zu selbstgekochten. Da ich aber irgendwie durch Stress und harte Laborarbeit (aka. den ganzen Tag stehen) auch viele Kalorien verbraucht habe, dauerte es ein wenig bis ich bemerkte dass hier was nicht stimmt. Mein einziger Diätversuch war dann Low-Carb. An sich hab ich hier ein Hauptproblem: Ich liebe Nudeln und Brot. Alle Low-Carb alternativen finde ich gut, sind aber kein Ersatz. Vergleichbar für mich mit allen vegetarischen Fleischersatzprodukten: teilweise wirklich nicht schlecht aber kein Fleisch (Ich vermisse gebratene Leber und Blutwurst bis heute und ja ich weiß das finden selbst 99% der Fleischesser abartig). Meine Haupternährungssünden sind aber weiterhin Käse und Nüsse. Kann man bei Low-Carb natürlich super essen, aber ich schaffe es problemlos meinen Tagesumsatz an Kalorien an „Toppings“ dieser Art zu mir zunehmen. Da hilft einfach nur bewusst essen und reflektieren was man in sich reinstopft.

    • Mich gelüstet es auch manchmal auf Leberkäse oder gebratene Leber 😀 Ganz schlimm ist es auch, wenn jemand in der Ubahn einen Döner dabei hat! Aber grundsätzlich fällt mir der Fleischverzicht auch sehr leicht. Ich liebe aber auch Eier und Käse! Low Carb UND Vegetarisch ist nicht ganz so einfach, aber mit Gemüse und vollwertigen Kohlenhydraten lässt sich viel machen!

  • Hi Carina,

    habe mal Schlank im Schlaf und Weight Watchers ausprobiert. Grundsätzliche finde ich beides nicht schlimm (außer dass ich von Mahlzeiten ohne Kohlehydrate regelrechten Würgreiz bekomme) aber das was bei dir passiert ist ist auch bei mir passiert.
    Mittlerweile halte ich mich eher an ein selbstgebasteltes Konzept. Unter der Woche ersetze ich die Hälfte jeder Mahlzeit mit Gemüse und Obst (wenn sie nicht eh schon aus viel davon besteht) und esse keine Süßigkeiten. Am Wochenende esse ich was ich möchte aber achte darauf mich nicht zu überfressen. Dann ist auch ne Pizza drin oder ein Burger. Allerdings versuche ich mich auch hier an die Regel „Hälfte Gemüse oder Obst“ zu halten, nur nicht ganz so streng.
    Das heißt, dass ich auch normale Sachen wie Nudelgratin oder wenn es schnell gehen muss Tortellini aus dem Kühlregal essen kann – nur halt einfach mit viel Gemüse und weniger Nudeln. Ich esse also was ich gern mag, werde satt, reduziere die Kalorien und bekomme noch extra Vitamine etc. dazu.
    Bis jetzt fahre ich gut damit, ich nehme nicht schnell ab aber der Trend ist negativ, ich bin wacher, belastbarer, fitter und fühle mich besser. Nur mein Geldbeutel leidet etwas 😀

    LG und mach weiter, du motivierst mich mit jedem Beitrag unheimlich!

    Anna

    • Liebe Anna, das klingt hervorragend! Genau so mache ich es auch. Hälfte des Tellers Gemüse und ab und zu mal Schupfnudeln und Dumplings 😀 solange 80 % meiner Mahlzeiten on track sind und ich mich regelmäßig bewege, fahre ich sehr gut damit.

  • Ich habe vor über 3 Jahren mit Weight Watchers 32 Kilo abgenommen, besuche die Treffen mittlerweile nicht mehr und kann mein Gewicht mit einer +/- Spanne von 3-5 Kilo halten. Für mich hat Weight Watchers den berühmten „Klick-Effekt“ gebracht und mich Schritt für Schritt an eine ausgewogene Ernährung herangeführt. Gegen Ende meiner „WW-Zeit“ ging es mir aber auch wie dir, ich habe nur noch die 5,6 gleichen Gerichte gegssen, die ich auswendig wusste, was mit der Zeit dann doch ein bisschen eintönig wurde.

    Die Kohlsuppendiät stelle ich mir schrecklich vor 🙁 Ich mag keinen Kohl 😀

    • Liebe Anita, super, dass WW dich zu einer Ernährungsumstellung bewegen konnte! Das ist der bestmögliche Ausgang einer solchen Diät. Was waren deine Standardgerichte?

  • Heeey,
    die schlimmste Diät die ich jemals durchgemacht hatte war das ANA-Boot Camp (man kann sich denken, in welche Richtung meine Gedanken gingen). Ich hab sie tatsächlich geschafft und über 6 Wochen 8kg abgenommen, aber ich konnte nicht mehr richtig denken, bin andauernd fast umgefallen und hatte keine Kraft mehr für nichts. Das ging leider 2 Jahre so weiter, aber heutzutage bin ich da zum Glück raus!
    Ich finde es toll wie du deine Gewichtabnahme geschafft hast und wie du hier zeigst wie es richtig geht!

    • Oh Gott, die ANA-Boot Camp Diät klingt ja schrecklich…! Zum Glück bist du da raus! Wie geht es dir mittlerweile mit Ernährung und Fitness? Hast du eine gute Balance gefunden?

    • Oh ja, es ist auch schrecklich, zum Glück gibt es heutzutage viel weniger Blogs und Co. die so etwas verbreiten.
      Noch nicht so wirklich, ich arbeite aber daran. 🙂

  • Ich habe auch schon etliche Diäten gemacht. Als dickes Kind musste ich schon mit zehn damit beginnen. Über gut 20 Jahre war es ein stetiges auf und ab. Seit einiger Zeit habe ich das intermittierene Fasten für mich entdeckt. Da ich kein Frühstücker bin, klappt es für mich super. Ich esse alles, worauf ich Lust habe. Sehr oft sind das Obst, Gemüse, Käse, Joghurt und Couscos, Bulgur. Ich halte mein Gewicht, die Tendenz geht leicht nach unten. Da ich gerade eine OP hatte, darf ich längere Zeit leider keinen Sport machen. Also muss ich mehr aufs Essen achten, da ich nicht wieder zunehmen will. Danke für deinen ehrlichen Artikel, ich mag deine Blogs echt gerne.
    LG, Claudia

    • Danke liebe Claudia. Was war bei dir der Auslöser zum Übergewicht als Kind? Ich finde es wahnsinnig interessant, wie einen die Kindheit für ein ganzes Leben prägen kann. Besonders, was Ernährung angeht!

    • Ich war als Kind so dick, weil ich kein Sättigungsgefühl hatte. Ich hab so lange gegessen, bis der Teller leer war oder mir jemand das Essen weggenommen hat. Mit zehn wog ich schon 70 kg, da haben Arzt und Krankenkasse die Notbremse gezogen. Meine Mama musste in die Ernährungsschule, ich musste Sport machen. Meine ganzen Teeniejahre waren nur von Diät und Jojoeffekt geprägt. Mittlerweile habe ich das alles Gottseidank hinter mir gelassen und fühle mich gut in meinem Körper, auch mit Größe 42.
      LG, Claudia

  • Zu dem Thema „Diäten funktionieren nicht“ kann ich sehr das Buch von Traci Mann „Secrets from the Eating Lab“ empfehlen.
    Dort wird – wissenschaftlich sehr solide recherchiert und belegt- aufgearbeitet, warum Diäten nachgewiesener Weise nicht funktionieren (können).
    Viele Grüße
    Ina

  • Ich mache seit 1,5 Monaten WW und bisher finde ich es genial. Ich muss auf nix verzichten, esse eis und Schokolade, kann mit meiner Familie zusammen essen und nehme trotzdem gut ab. Ich habe damit endlich gelernt Maß zu halten,was vorher ein Ding der Unmöglichkeit war.
    Klar kann ich noch nix langfristiges sagen, aber es fühlt sich an, wie eine dauerhafte Essensumstellung und das finde ich toll.

    • Das ist super, freut mich sehr für dich! Es ist auch eine gute Methode, Portionsgrößen und Bewusstsein zu schaffen. Solange du das beibehältst ist das ein super Start! Gehst du auch zu den Treffen?

  • Sehr interessanter Einblick! Ich hab noch keine Diät gemacht und auch nicht vor. Ich aboniere den Blog ja eher, weil ich mich bewusster ernähren möchte. Alle Diäten, die du hier aufgelistet hast, habe ich in meinem Freundes und Bekanntenkreis mit genau diesen Problemen mitbekommen. Manche haben es geschafft, dauerhaft 5-10 kg zu verlieren, mehr nicht. Die Kohlsuppe hat manchen Leuten sogar geschmeckt, aber die haben das keine zwei Wochen durchgehalten. Ein Kollege von mir versucht es seit nem halben Jahr mit ner Saft Diät. Es scheint ihm zu helfe und zu gefallen, aber mir würde eine brotige oder nudelige Konsistenz in der Ernäherung komplett fehlen… Sehr beliebt sind irgendwie auch diese Eiweis-Shakes Sachen, aber ich kenne niemanden, bei dem es längere Zeit gehalten hat.

    • Ich denke mir immer: Kann ich das mein ganzes Leben lang durchhalten? Wenn die Antwort Nein ist, dann mache ich es nicht! Ich könnte mich zB. niemals nur von Säften ernähren…